Das Präsentationsprogramm wird 20: Was uns schon immer an Powerpoint genervt hat

Das Präsentationsprogramm wird 20 : Was uns schon immer an Powerpoint genervt hat

Düsseldorf (RPO). Es ist das erfolgreichste Präsentationsprogramm weltweit. Und das seit vielen Jahren. Dieses Jahr feiert Powerpoint 20. Geburtstag. Kein Grund zur Freude, denn das Microsoft-Programm nervt. Es langweilt. Kritiker behaupten sogar, es macht dumm.

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p class="text">Für 14 Millionen Euro erwarb Microsoft 1987 mit der Übernahme der Firma Forethougt die Rechte an dem Präsentationsprogramm. In diesem Jahr lieferte der Computerriese Powerpoint auch zum ersten Mal mit seinem Officepaket aus. Heute können rund 400 Millionen Menschen damit die berühmten Folien erzeugen. Microsoft schätzt, dass jeden Tag rund 30 Millionen Vorträge mit Powerpoint gehalten werden.

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p class="text">Schärfster Kritiker des Programms ist Edward Tufte, Professor für Grafikdesign an der US-Elite-Uni Yale und mittlerweile im Ruhestand. Von ihm stammt der Satz: "Powerpoint is evil" Powerpoint sei böse, weil es das Publikum manipuliere und inhaltsfreie Botschaften vermittle. Seine Forderung, der sofortige Rückruf des Produkts, wurde von Microsoft nie erhört.

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p class="text">Schade eigentlich. Denn täglich langweilen sich weiterhin Millionen Menschen auf der ganzen Welt bei endlosen Powerpoint-Vorträgen. Während der Vortragende sie von Folie zu Folie vor sich her scheucht, versuchen die Zuschauer nichtsagende Floskeln zu entziffern. Dabei flimmern Farben, Schriftarten, Grafiken und Geräusche munter ineinander.

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p class="text">Wer nicht gerade im Meeting mit Präsentationen gequält wird, ärgert sich über alberne Powerpoint-Witz-Shows, die zusammen mit angeblich lustigen Filmen und Fotos die E-Mail-Postfächer verstopfen. Aber offensichtlich gibt es Leute, die Präsentationen wie "Hase und Bär", zu finden unter www.funfriends.de, lustig finden.

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p class="text">Zum Glück besteht Hoffnung. Der neue Trend kommt aus Japan und heißt "Pecha Kucha" (Japanisch: "wirres Geplapper"). Der Name ist eigentlich nicht zutreffend. Nach dieser Fernost-Methode sollen Vorträge nur 20 Folien umfassen. Pro Folie sind maximal 20 Sekunden Redezeit erlaubt.

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p class="text">Mittlerweile finden sogenannte Pecha-Kucha-Nights in London, New York und Frankfurt, Berlin und Köln statt. Bei Drinks in ungezwungenerer Atmosphäre stellen Kreative und junge Unternehmer anderen auf diese Weise ihre Projekte vor. Das Beste daran: Spätestens nach 6 Minuten und 40 Sekunden ist der Spuk vorbei.

Es könnte also wirklich passieren, dass Powerpoint nach zwanzig Jahren, sinnvoll und dosiert verwendet, die eine oder andere Präsentation tatsächlich besser macht.

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