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Dauerquaseln und Indiskretion: Was im Großraumbüro richtig nervt

Dauerquaseln und Indiskretion : Was im Großraumbüro richtig nervt

Berlin (RPO). Großraumbüros sollen die Kommunikation fördern. Und manchmal tun sie das im Übermaß. Wenn Kollegen so laut telefonieren, dass das gesamte Büro beschallt wird, oder allzu neugierig den Schreibtisch ihrer Nachbarn begutachten, kann die Nähe richtig lästig werden.

"Oft sind Angestellte in Großraumbüros beispielsweise irritiert, weil ihre Kollegen sehr laut telefonieren", sagt Nandine Meyden, Trainerin für Business-Etikette aus Berlin. Viele Leute wüssten gar nicht, wie laut sie am Telefon sprechen. Meyden empfiehlt, den Schreihals in einem ruhigen Moment freundlich auf sein Verhalten anzusprechen.

"Man könnte beispielsweise erstmal erklären, dass man es spannend findet, wie der Kollege mit aufgebrachten Kunden verhandelt - aber dass einen die lauten Gespräche eben auch sehr ablenken und man um etwas mehr Zurückhaltung bitte", sagt Meyden. So werde der andere auch dafür sensibilisiert, dass man eventuell vertrauliche Unterhaltungen unfreiwillig mithöre. "In manchen Büros hat sich auch bewährt, lauten Telefonierern eine gelbe oder sogar eine rote Karte vor die Nase zu halten."

Ein weiteres Problem in Gemeinschaftsbüros ist, dass manche Mitarbeiter die Intimsphäre ihrer Kollegen nicht respektieren. "Sie bleiben beispielsweise am Schreibtisch stehen, wenn jemand gerade telefoniert, oder schauen sich interessiert an, was auf dem Tisch des Nachbarn herumliegt", sagt Meyden.

Letzte Hilfe: Stoppschild

Wenn dezente Hinweise gegen solche Naseweise nicht helfen, könne man auch zu plakativeren Maßnahmen greifen: "Manche Leute basteln sich ein Stoppschild oder einen Aufsteller mit der Aufschrift 'Do not disturb!'", berichtet die Benimm-Expertin. Damit könne man jederzeit deutlich signalisieren, dass man gerade Raum für sich braucht.

Sitzt man dicht und ohne Sichtschutz beieinander, werden oft auch auffällige und unästhetische Verhaltensweisen als störend empfunden - wenn beispielsweise der Tischnachbar seine Schuhe auszieht oder die Beine auf dem Schreibtisch ablegt. "Wenn man sehr persönliche und sensible Themen anspricht, besteht immer die Gefahr, dass der andere sich beleidigt fühlt", warnt Meyden. In solchen Fällen müsse man also gut abwägen, ob man dieses Risiko eingehen möchte.

Falls es in Großraumbüro wiederholt Konflikte gibt, ist es sinnvoll, im Team Verhaltensregeln aufzustellen. "In einem Meeting können alle zusammen entscheiden, ob beispielsweise Essen am Schreibtisch erlaubt ist oder nicht, wie mit Besuchern umgegangen werden soll und welcher Kleidungsstil erwünscht ist", schlägt Nandine Meyden vor.

Hier geht es zur Infostrecke: Die 10 Alpträume im Großraumbüro

(DDP/mais)