Konflikte im Job: Warum Frauen Streit aus dem Weg gehen

Konflikte im Job : Warum Frauen Streit aus dem Weg gehen

Düsseldorf (RPO). Eine harmonische Berufswelt, in der sich alle respektieren und kollegial zusammenarbeiten – eine schöne Idealvorstellung, die leider mit der Realität wenig gemein hat. Daher sind Konflikte vorprogrammiert. Doch Männer und Frauen gehen unterschiedlich mit ihnen um.

Düsseldorf (RPO). Eine harmonische Berufswelt, in der sich alle respektieren und kollegial zusammenarbeiten — eine schöne Idealvorstellung, die leider mit der Realität wenig gemein hat. Daher sind Konflikte vorprogrammiert. Doch Männer und Frauen gehen unterschiedlich mit ihnen um.

Männer schaffen es in der Regel im Job gut, sich mit anderen streitbar auseinanderzusetzen. Sie konzentrieren sich dabei auf die sachliche Ebene und tragen auf dieser Ebene Konflikte aus, ohne dass das zu größeren Störungen im persönlichen Verhältnis untereinander führt. Das fällt ihnen auch deshalb leichter, weil ihr Verhältnis untereinander meist distanzierter ist als das unter Frauen.

Frauen sind oft andersherum "gepolt": Im Privatleben sind sie die großen Meisterinnen der Beziehungen. Probleme werden oft in stunden- und tagelanger Auseinandersetzung besprochen. Für Frauen hat die emotionale Beziehung zu ihnen nahestehenden Menschen wie Partner, Familie oder Freunden eine hohe Bedeutung. Diese Haltung übertragen sie oft auf den Job. Das hat positive Seiten für das Arbeitsklima.

In Konflikten zeigt sich jedoch oft die problematische Seite dieser Haltung "Konflikte sind für Frauen oft untrennbar mit der emotionalen Qualität der Beziehung verbunden", erklärt die Journalistin und Coach Isabel Nitzsche, Autorin des "Praxisbuch Konfliktlösung" (Linde Verlag). "Daher fühlen sich Frauen bei Auseinandersetzungen oft persönlich angegriffen, ja mitunter sogar existenziell bedroht." Die Folge: "Viele Frauen scheuen sich viel stärker als Männer, zu ihrer Meinung zu stehen und Konflikte auszutragen", so Nitzsche.

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Wenn Konflikte hauptsächlich auf der sachlichen Ebene bestehen, ist es einfacher, sich mit ihnen zu beschäftigen. Dann können alle Beteiligten leicht eine Lösung oder zumindest einen Kompromiss finden. Doch Kommunikation hat oft nicht nur eine Inhalts-, sondern auch eine Beziehungsebene. Daher ist es manchmal gar nicht möglich, einen Konflikt rein sachlich zu lösen. "Hier hilft es, sich die eigenen Gedanken, Erwartungen und Gefühle bewusst zu machen, um einigermaßen ruhig und gelassen und nicht mit akuter Wut ein Konfliktgespräch zu führen. So kann es gelingen, bisherige Rollenmuster zu durchbrechen", rät Konflikt-Expertin Isabel Nitzsche.

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