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Datenklau in Unternehmen: Wann Mitarbeiter sich strafbar machen

Datenklau in Unternehmen : Wann Mitarbeiter sich strafbar machen

Düsseldorf (RPO). Die eigenen Mitarbeiter können einem Unternehmen mitunter am meisten schaden. Das zeigt der jüngste Fall der Liechtensteiner LGT Bank. Doch wo fangen Datenklau und Geheimnisverrat in Unternehmen eigentlich an? Und wie viel darf ich über meinen Job erzählen?

Die Steueraffäre um den ehemaligen Postchef Klaus Zumwinkel wurde durch einen Mitarbeiterbetrug ins Rollen gebracht. Der Informant, der dem Bundesnachrichtendienst Bankdaten über vermeintliche Steuerflüchtlinge verkauft hat, war ein ehemaliger Mitarbeiter der Liechtensteiner LGT Bank. Dass Arbeitnehmer oder ehemalige Mitarbeiter Geheimes aus der Firma nach draußen tragen, ist kein Einzelfall.

Rund jedes fünfte Unternehmen in Deutschland ist bereits Opfer von Industriespionage geworden. Jedes Jahr entsteht dadurch ein Schaden von rund 2,8 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichen Umfrage, die das Beratungsunternehmen Corporate Trust gemeinsam mit dem Handelsblatt und dem Büro für angewandte Kriminologie in Hamburg durchgeführt hat, und an der 741 deutsche Unternehmen teilgenommen haben.

Informationen aus Dusseligkeit weitergeben

Besonders erstaunlich: In 20 Prozent der Fälle haben die eignen Mitarbeiter Daten und Informationen weitergegeben. Nicht immer in böser Absicht, sondern auch aus Vertrauensseligkeit oder Dusseligkeit, schreibt das Handelsblatt. Diese Tatsache dürfte viele Arbeitgeber verunsichern.

Welche Informationen aus meinem Job darf ich nach Außen tragen, und wann mache ich mich strafbar? "Es stellt sich natürlich immer die Frage, was Sie weitergeben, und an wen Sie es weitergeben", sagt Markus Tönjann, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Düsseldorfer Kanzlei Wurll Klein.

Grundsätzlich besagt die Rechtsprechung, dass Betriebsgeheimnisse geschützt werden müssen, auch wenn keine Verschwiegenheitsklausel im Arbeitsvertrag besteht. Dennoch macht es natürlich einen Unterschied, ob die Verkäuferin einer Bäckerei nach Feierabend erzählt, was sie mit ihren Kunden erlebt hat, oder ob ein Computerfachmann hochsensible Daten aus seinem Unternehmen weiterreicht.

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