Social-Media und Expressbewerbung - Neue Ideen für Recruitingstrategie

Recruiting : Neue Ideen in der Personalsuche

Social-Media-Arbeit und Express-Bewerbungen – im Gesundheitswesen wird mit modernen Medien aktiv nach Mitarbeitern gesucht.

Aufgrund des Fachkräftemangels werden Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich bei der Personalgewinnung mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Der Markt verändert sich und Arbeitgeber müssen immer mehr dafür tun, um Bewerber auf ihre Vakanzen aufmerksam zu machen, sie für sich zu begeistern und dann auch im Unternehmen zu halten.

„Wir haben vor zwei Jahren ein neues Employer Branding entwickelt und herausgearbeitet, wie attraktiv die Berufe im Gesundheitswesen und die Diakonie Düsseldorf als Arbeitgeber sind“, erzählt Katja Quakatz, Personalleiterin bei der Diakonie Düsseldorf. „Das Ergebnis haben wir mit vielen verschiedenen Aktivitäten auf den Markt gebracht und auch Neues ausprobiert wie zum Beispiel Außen- und Kinowerbung.“ Im digitalen Bereich hat die Diakonie unter anderem mit dem Recruiting-Spezialisten Mobile Job zusammengearbeitet.

Die Bedeutung von Social Media ist enorm gestiegen. Geeignete Kandidaten werden gezielt angeschrieben und auf die Bewerberseite der Diakonie geleitet. Dort können sie sich dann schnell und unkompliziert bewerben. „Anhand weniger Angaben können wir bewerten, ob der Bewerber interessant ist“, erklärt Katja Quakatz. „Sehr wichtig für das Recruiting im Gesundheitswesen sind niedrigschwellige Zugangswege. Insbesondere Nicht-Akademiker tun sich oft mit klassischen Bewerbungsunterlagen schwer.“ Die Diakonie geht daher einen neuen Weg und ermöglicht entsprechende Express-Bewerbungen über ihre Karriereseite. Hier finden Interessierte auch Details zu den Berufsbildern. „Bei unserer Zielgruppe funktioniert viel über Bewegtbilder, die Menschen wollen emotional und ohne viel Text angesprochen werden“, betont die Personalerin. „Unsere Imagefilme kommen daher besonders gut an und werden auf Social Media Kanälen wie Facebook oder YouTube stark genutzt.“

Die Investitionen haben sich gelohnt. „In einigen Bereichen haben wir eine Verdoppelung, in anderen sogar eine Verdreifachung der Bewerberzahlen erreicht“, zeigt Katja Quakatz die Ergebnisse auf. „Auch auf unserer neuen Karriereseite steigen die Besucherzahlen von Tag zu Tag, man nimmt uns als attraktiven Arbeitgeber wahr, und die Inhalte sind für die Leser interessant.“

Die Diakonie Düsseldorf arbeitet langfristig an ihrem Recruiting-Prozess. „Wer mit einem guten Arbeitgebermarketing wirbt, muss die gemachten Versprechen in der Praxis aber auch halten“, betont Quakatz. „Das beginnt mit dem ersten Kontakt in der Organisation und setzt sich über das Bewerbungsgespräch hin zum ersten Arbeitstag und der professionellen Einarbeitung fort.“ Um eine hohe Qualität im Umgang mit den Bewerbern zu gewährleisten, gibt es regelmäßige Schulungen für die Recruitingverantwortlichen. Außerdem setzt die Diakonie Düsseldorf klare zeitliche Zielvorgaben zum Ablauf des Recruiting-Prozesses. Schließlich soll jeder Interessent kurzfristig eine Rückmeldung erhalten.

Auch im St. Martinus-Krankenhaus ist der Fachkräftemangel ein Thema. Um sich für potentielle Bewerber interessant darzustellen, arbeitet man mit Testimonials. „Wir möchten die Arbeit im St. Martinus-Krankenhaus mit positiven Emotionen, wie Freude bei der Arbeit, Erfolg und Zusammenhalt behaften“, erklärt Pflegedirektorin Maike Rost. „Unsere Pfleger verraten dazu in einem Satz, warum sie gerne in unserem Hause arbeiten, dazu haben wir ein professionelles Mitarbeiterfotoshooting durchgeführt.“ Die Ergebnisse sind als Slider auf der Webseite zu sehen.

Einen tieferen Einblick in die Berufsbilder der Pflege gibt es zudem auf der Facebook-Seite des St. Martinus-Krankenhauses. „Wir haben dazu einen Tag lang einen jungen Pfleger bei der Arbeit begleitet, Fotos gemacht und ihn über seinen Alltag berichten lassen“, zeigt Maike Rost weitere Maßnahmen auf. Bei einem Tag der offenen Tür können Interessierte den Pflegeberuf sogar hautnah erleben. „Hier werden Pflegesituationen simuliert und der potentielle Auszubildende arbeitet direkt mit dem Team zusammen“, sagt die Pflegedirektorin.

Zu jeder Zeit im Recruitingprozess ist es dem Team des St. Martinus-Krankenhauses wichtig, eine Bindung zu Interessenten und potentiellen Mitarbeitern aufzubauen. „Unser Umgang mit Interessenten ist so wie unser Umgang im Haus untereinander: auf Augenhöhe, respektvoll, wertschätzend, freundlich, wohlwollend, ehrlich“, betont Maike Rost. „Bei uns heißen Bewerbungsgespräche daher auch Kennenlern-Gespräche und werden auf einer wertschätzenden und vertrauensvollen Ebene geführt. Und wenn die Zeit oder der Umstand es verlangen, führen wir auch Bewerbungssituationen per Telefon und SMS durch“, sagt Rost.

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