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Mut zu Risikobereitschaft: Querdenker sind erfolgreich im Job

Mut zu Risikobereitschaft : Querdenker sind erfolgreich im Job

Hamburg/Überlingen (RPO). veränderungen sind mühsam und oftmals zäh. Unternehmen meiden daher meist den Reiz instabiler Turbulenzen. Und auch die Mitarbeiter bewegen sich eher auf sicherem Terrain statt neue Ideen herein zubringen. Aber die Querdenker, die "Verrückten", die auch scheinbar abwegige Ideen nicht sofort verwerfen, bewegen oft mehr.

Querdenker machen den Arbeitsalltag nicht nur spannender, ihre Ideen sind meist auch die kreativeren. Zwar kann nicht jeder ein Querdenker sein - aber jeder kann versuchen, sich "verrückt sein" nicht von vorneherein zu verbieten.

"Verrückt sein hat nichts mit Blödsinn machen zu tun", erklärt Klaus Utermöhle, Marketingberater aus Hamburg, "es geht nur darum, die eigene Sichtweise ein wenig zu verrücken und sich zu fragen, ob man wie bisher weiter machen möchte." Der Alltagstrott ist oft dominierend.

"Man zählt die Tage bis zum nächsten Urlaub, bis Weihnachten und bis zur Pensionierung", sagt Utermöhle. Das Hier und Jetzt bedeute den Menschen zu wenig. Aber den bisherigen Lebensstil auf Dauer zu ändern, daran denken die wenigsten. Dafür ist es viel zu bequem, daran festzuhalten.

Risiko und Innovation

"Mit Feuer und Mut voran zu marschieren auf unbekanntes Terrain, das ist für die meisten ein zu hohes Risiko", erklärt Utermöhle. Risiko und Innovation liegen jedoch nah beieinander. "Wenn man neue Ufer angehen möchte, bedeutet das auch immer, alte verlassen zu müssen", erklärt Rainer Willmanns vom Deutschen Manager Verband in Leverkusen.

Ob im Unternehmen oder als Privatperson, wer Erfolg haben will, der muss auch ein bisschen verrückt sein. "Nur Verrückte haben auch den Mut Neues anzugehen, um damit weiter zu kommen", ist Willmanns überzeugt. Mut, Risikobereitschaft und Verrücktheit sind Fähigkeiten, die einen von anderen abheben und "einzigartig" machen: Die "Einzigartigen" seien erfolgreich, weil sie auffallen, sagt Gudrun Frey, Rhetoriktrainerin aus Stuttgart. Es gehe darum, eine individuelle Besonderheit zu entwickeln, mit der man sich als Person vermarkten kann und die einen unentbehrlich macht.

"Verrückt zu sein, kann also genauso eine Stärke sein wie Russisch zu sprechen oder Klavier zu spielen", erklärt Frey. Sich zum "Verrückt sein" zwingen zu wollen, bringe dagegen nichts - man kann nicht den Querdenker spielen wollen: Das eigene Innere müsse auch nach außen gezeigt werden.

Ehrlichkeit und Authentizität werden honoriert

"Man muss zu der eigenen Marke stehen. Schließlich geht es darum, das zu machen, was man liebt", erklärt Frey. Der Erfolg kommt dann automatisch: "Ehrlichkeit und das Authentische werden vom Umfeld honoriert - der Mensch wirkt rund und stimmig", sagt auch Jutta Boenig, Karriereberaterin aus Überlingen am Bodensee.

Wer eine verrückt erscheinende Herausforderung wirklich angehen will, sollte sich vorher mit den möglichen Konsequenzen auseinander setzen. Es gilt, sich der neuen Idee langsam zu nähern und seinem Traum ein Bild zu geben: "Man kann sich Zeit frei schaufeln und beispielsweise im Urlaub ein Praktikum oder eine kurzfristige Mitarbeit im neuen Traumberuf versuchen", rät Boenig, "es bringt nichts, das Alte überstürzt aufzugeben."

Die Meinung von Freunden und Bekannten hilft oft weiter: "Dabei sollte man sich keine Freunde suchen, die immer nur alles "super" finden", rät Jutta Boenig. Wichtig sei herauszufinden, ob die verrückte Idee auch zu einem passt. "Ein Mensch mit queren Gedanken wird nur ernst genommen, wenn er wirklich dafür brennt."

Wer den großen Mut nicht hat, aber sein Leben etwas "verrücken" möchte, kann auch im kleinen Stil ein wenig spinnen: "Setzen Sie sich am Frühstückstisch mal nicht auf ihren Stammplatz, und auf einmal sieht die Küche ganz anders aus", schlägt Klaus Utermöhle vor. "Oder nehmen Sie nicht immer denselben Weg ins Büro. In kleinen Entscheidungen ist jeder frei, und sie können erfrischend wirken."

Es sei wie im Privatleben. "Auch Ehen zerbrechen an zuviel Eintönigkeit und Routine", erklärt Utermöhle. Mitarbeiter und Geschäftspartner honorierten, wenn es spannend bleibt. "Manchmal reicht schon eine neue Kaffeemaschine, oder man singt morgens erst mal mit der gesamten Belegschaft", empfiehlt Utermöhle."Die Addition von vielen kleinen Glücksmomenten macht das Leben lebenswert. Auf das große Glück zu warten macht keinen Sinn."

Literatur: Klaus Utermöhle: Die Verrückten werden siegen, Zeppelin Verlag, ISBN-13: 978-3-933-41146-4, 16,90 Euro;

Klaus Norbert: Geht nicht gilt nicht - Mehr Erfolg mit verrückten Entscheidungen, Redline Wirtschaft, ISBN: 978-3-636-01435-1, 24,90 Euro.

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