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Tübingen: Metalltechniker löst elf Altberufe ab

Tübingen : Metalltechniker löst elf Altberufe ab

Bauteile aus Metall stecken in vielen Gegenständen. Sie herzustellen und zu montieren, ist Aufgabe der Fachkraft für Metalltechnik. Die neue Ausbildung gibt es erst seit August.

"Ich möchte etwas mit den Händen schaffen." Mit diesem Argument begründet Wladislaw Reis seine Berufswahl. Seit August lernt der 16-Jährige den Beruf der Fachkraft für Metalltechnik. Dazu gehört zum Beispiel, Metallstücke für Maschinen zu bauen, die etwa in Operationssälen von Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Erst seit August gibt es die Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik. Der Beruf ersetzt elf Altberufe, zum Beispiel den Fräser, Teilezurichter oder Revolverdreher. "Eine Reform der Ausbildung in diesem Bereich war angesichts neuer Technologien, die es früher noch nicht gab, dringend nötig", sagt Petra Jones vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Jugendliche lernen im Betrieb und in der Berufsschule. Nach dem ersten Jahr wählen die Azubis eine von vier Fachrichtungen. Zur Wahl stehen Konstruktions-, Montage- sowie Umform- und Drahttechnik. Hinzu kommt die Zerspanungstechnik. "Ein bestimmter Schulabschluss wird von Bewerbern nicht erwartet", sagt Sven-Uwe Räß, Leiter Berufsbildung beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall. Bewerber sollten fit in Mathe sein. Im Alltag müssen sie den Materialbedarf für einen Produktionsprozess berechnen können. Eine hohe Technik-Affinität ist ebenfalls nötig, um Bauteile herstellen und montieren zu können. Ebenfalls gefragt sind Kenntnisse in Physik.

Nach dem ersten Jahr müssen die Azubis eine Zwischenprüfung ablegen, nach dem zweiten Jahr eine Abschlussprüfung. Beide Prüfungen haben einen praktischen und einen schriftlichen Teil. Die Ausbildungsvergütung erfolgt nach Tarifverträgen. "Im ersten Jahr liegt sie zwischen 787 und 876 Euro, im zweiten zwischen 847 und 922 Euro", erklärt Räß. Das Einstiegsgehalt liegt bei 2300 bis 2500 Euro brutto im Monat.

(dpa)