Kinderbetreuung - Was mal als angehende Erzieherin beachten muss

Kinderbetreuung : Sicherer Arbeitsplatz bei Kita & Co.

Die Nachfrage bei der Kinderbetreuung steigt, und dadurch werden immer mehr Stellen in der frühen Bildung geschaffen. Wer sich heute für den Erzieherberuf entscheidet, hat daher gute Aussichten, eine Anstellung zu finden.

Den halben Tag mit kleinen Kindern spielen – diese Zeiten sind für Erzieher längst vorbei. Oftmals verbringt der Nachwuchs acht oder zehn Stunden in der Kindertagesstätte. Zudem sind Kinder im Vorschulalter besonders neugierig und lernen schnell. Erzieher sind daher nicht nur für die Betreuung der Kleinen verantwortlich, sondern auch für die Vermittlung von Kenntnissen.

Laut aktuellem „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung fehlen für eine landesweit kindgerechte Betreuung in NRW 15.600 Vollzeitkräfte. Qualifizierte Erzieher sind daher stark gefragt, auch Quereinsteiger sind oftmals willkommen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es verschiedene Ausbildungswege im Berufsbereich der Erzieher. „Bei der klassischen Erzieherausbildung werden zwei Jahre an der Fachschule absolviert und durch Praktika mit unterschiedlichen Schwerpunkten ergänzt“, sagt Barbara Nolte, Referatsleiterin Erzieherinnen und Erzieher beim Verband Bildung und Erziehung in NRW. Zugangsvoraussetzungen sind Abitur oder Fachabitur mit einschlägiger Praxiserfahrung. Nach der theoretischen Prüfung schließt sich das einjährige Anerkennungsjahr mit Kolloquium an, bei Erfolg wird der Titel „staatlich anerkannter Erzieher“ vergeben. Seit einigen Jahren gibt es zudem die praxisintegrierte Ausbildung – kurz PiA.

„Das Modell bietet von Beginn an einen hohen Praxisanteil und geht mit einer Ausbildungsvergütung einher“, erklärt Nolte die Vorteile. „Allerdings braucht man auch eine starke Persönlichkeit, da der schulische Teil parallel zur Ausbildung in der Kita absolviert werden muss.“

Angehende Erzieher sind bei PiA also vom ersten Tag an voll gefordert. Für alle, die leitende Tätigkeiten anstreben, sind Frühpädagogik-Studiengänge interessant. Bachelor-Studiengänge wie „Bildung und Erziehung im Kindesalter“, „Frühkindliche Erziehung“ oder „Frühpädagogik“ vermitteln Theorie und Praxis zur Entwicklungsförderung im frühen Kindesalter. Neben der pädagogischen Ausbildung erwerben die Studierenden zudem Kompetenzen im Projekt- und Qualitätsmanagement, um sich für Führungsaufgaben in frühpädagogischen Einrichtungen zu qualifizieren. Über Fortbildungen können sich aber auch staatlich anerkannte Erzieher weiterqualifizieren und anschließend beispielsweise eine Kita-Leitung übernehmen.

Ob Ausbildung oder Studium – Fachpersonal für Kitas ist schwer zu finden. Absolventen haben daher gute Chancen auf dem Jobmarkt. „Das Berufsbild erscheint nicht immer positiv in der Öffentlichkeit, da es noch zu viele Haken gibt“, sagt Barbara Nolte. Dazu zählen unter anderem die zu geringe Vergütung und die hohe Arbeitsbelastung aufgrund fehlender Fachkräfte. „Dennoch ist es ein toller Beruf, der jeden Tag neue Herausforderungen, aber auch schöne Erlebnisse mit sich bringt. Wir dürfen ganz kleine Menschen auf ihrem Entwicklungsweg begleiten, und das ist eine sehr sinnerfüllte Tätigkeit.“