Tipps: So bekommen Selbstständige gesetzliche Rente

Tipps : So bekommen Selbstständige gesetzliche Rente

Mittels freiwilliger Beiträge können auch Selbstständige die gesetzliche Rentenversicherung nutzen. Das kann sich oft lohnen, zeigen aktuelle Untersuchungen. Doch Interessenten sollten vorab einige Dinge beachten.

Bei vielen Selbstständigen dürften die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt für besonders tiefe Sorgenfalten sorgen. Immerhin müssen sie sich um den Vermögensaufbau fürs Alter selbst kümmern — sofern das kein berufsständisches Versorgungswerk übernimmt. Doch das wird immer schwieriger, wodurch plötzlich auch die gesetzliche Rentenversicherung wieder attraktiv wird: "Überraschung im Rentenduell" titelt die Zeitschrift Finanztest in ihrer aktuellen Ausgabe (Januar 2014) und stellt fest: "Die vielgescholtene gesetzliche Rente macht neben Rürup- und Privatrente keine schlechte Figur. Jeder Selbstständige kann sie nutzen." Doch wie funktioniert das?

Für die meisten Selbstständigen kommt eine freiwillige gesetzliche Rentenversicherung (GRV) infrage, nicht jedoch für Pflichtversicherte. Interessenten sollten sich den "Antrag auf Beitragszahlung für eine freiwillige Versicherung" besorgen. Das Formular trägt die Nummer "V060" und findet sich auch im Internet auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung (www.deutsche-rentenversicherung.de). Zum Ausfüllen macht man am besten einen Termin in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung ab. Wichtig ist vor allem Frage 3. Darin werden Tatbestände abgefragt, die eine freiwillige Versicherung unmöglich machen.

Beispiel: Wer einen Angehörigen pflegt und als pflegender Angehöriger beitragspflichtig ist, kann sich nicht zusätzlich freiwillig versichern. Das Gleiche gilt für diejenigen, die ein Kind unter drei Jahren haben und erziehen. Die Kindererziehungszeit zählt ohnehin für die Rentenversicherung. Daneben können keine freiwilligen Beiträge eingezahlt werden — auch ein Jahr rückwirkend.

Wer den Antrag auf freiwillige Versicherung bis zum 31. März 2014 stellt, kann sich rückwirkend noch für das ganze letzte Jahr, also ab Januar 2013, freiwillig rentenversichern. Für diese rückwirkende Versicherung gibt es kein gesondertes Formular. Auf die Vorgabe: zu Frage 4.1. "Der erste freiwillige Beitrag soll gezahlt werden für ...", muss dann nur der Beginn der Versicherung entsprechend festgelegt werden. Einige Wochen nach Antragstellung schickt die Deutsche Rentenversicherung einen Bescheid über die "Zulassung zur freiwilligen Versicherung". Darin steht, ab wann das Recht zur freiwilligen Beitragszahlung besteht. Im Bescheid wird auch die Beitragshöhe bestätigt.

2014 können freiwillig Versicherte Ihren Monatsbeitrag frei zwischen 85,05 Euro und 1125,55 Euro wählen. Das entspricht Bruttolöhnen zwischen der Mindestbemessungsgrundlage von 450 Euro und der Beitragsbemessungsgrenze von 5950 Euro.

Die "Rendite" der GRV kann sich sehen lassen. So stellt Finanztest fest: Die gesetzliche Rente sei "konkurrenzfähig". Sie sei in jeden Fall besser als "normale" private Renten. Nur die über Steuervorteile stark geförderte Basis- oder Rürup-Rente könne mit der gesetzlichen Rentenversicherung mithalten. 100 Euro Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse bringen derzeit eine Jahresrente von etwa 5,20 Euro. Wichtig ist zudem: Wer 100 Euro einzahlt, kann 2014 davon schon 78 Euro von der Steuer absetzen. Dieser Anteil steigt künftig bis auf 100 Prozent.

Wichtig auch: Die freiwilligen Beiträge können jederzeit erhöht, gesenkt oder auch gestoppt werden. Und die gesetzliche Rente hat noch eine Reihe weiterer Vorteile: Anders als bei privaten Renten gibt es bei der GRV auch für Zeiten der Kindererziehung oder Angehörigenpflege ein Rentenplus. Zudem ist hier die Hinterbliebenenrente ohne Leistungskürzung mitversichert.

(RP)
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