Je nach Fachrichtung und Karriereziel lohnt sich der Masterabschluss

Studium : Motivation für den Master

Je nach Fachrichtung und Karriereziel lohnt sich die Investition in einen weiterführenden Masterabschluss. Studierende sollten sich jedoch im Vorfeld intensiv Gedanken über ihre Ziele machen.

Ob Lehrer, Psychotherapeut oder eine Karriere im höheren Verwaltungsdienst – für einige Berufe ist der Master einfach Pflicht. Auch wer in der Wissenschaft arbeiten möchte, kommt ohne den Abschluss nicht weiter. Er ist die Voraussetzung für eine Promotion, die den Einstieg in die universitäre Laufbahn ermöglicht.

Im Allgemeinen steht der Masterabschluss für fortgeschrittene Kenntnisse im wissenschaftlichen Arbeiten und eine vertiefte Auseinandersetzung mit den klassischen Problemstellungen des jeweiligen Faches. Absolventen mit Masterabschluss qualifizieren sich daher insbesondere für Führungsstellen und Jobprofile in größeren Organisationen. In einigen Branchen sorgt die Qualifikation für bessere Karrierechancen oder höhere Einstiegsgehälter.

Nach einem Bachelorstudium, das in der Regel sechs bis acht Semester in Anspruch nimmt, sind dann noch zwei bis vier Semester für den Master zu absolvieren. Viele Studierende sind das Lernen nach dem Bachelorstudium jedoch leid und würden lieber in die Berufswelt einsteigen, um Geld zu verdienen. Einmal im Job angekommen, fällt wiederum der Weg zurück an die Hochschule auch oftmals schwer. Es ist daher für viele junge Menschen sinnvoll, den Master direkt im Anschluss an den Bachelor zu absolvieren.

„Studierende sollten sich frühzeitig fragen, ob sie den Master wirklich machen möchten“, rät Lutz Herkenrath. Der Motivationstrainer, Coach und Schauspieler tourt gerade mit seinem Programm „Charisma für Anfänger“ durch Deutschland und weiß, dass es reine Zeitverschwendung ist, etwas anzufangen, für das es keine echte Motivation gibt. „In vielen Fällen wird das Studium dann abgebrochen und die Zeit ist verschenkt“, sagt Herkenrath. „Wer unsicher ist, sollte sich im Vorfeld die Frage nach dem ‚Warum’ stellen.“

Einige planen den Master nur, um andere Menschen zu beeindrucken. Andere wiederum haben Pro und Contra aufgelistet und sind so zu einer rein rationalen Entscheidung gekommen. „Damit wir den Entschluss später auch erfolgreich umsetzen und mit Motivation den Master absolvieren, muss jedoch auch das Bauchgefühl stimmen“, erklärt der Coach. Diesem sollte mindestens eine Woche lang nachgespürt werden. Dazu können sich Studierende jeden Tag mehrmals in verschiedenen Situationen die Frage „Möchte ich den Master wirklich machen?“ beantworten.

Alternativ kann man für sich selbst eine konkrete Entscheidung treffen und eine Woche lang mit diesem geheimen Entschluss leben. Wird man bei dem Gedanken traurig oder träumt in der Nacht schlecht, kann die provisorische Entscheidung am Ende der Woche ohne Gesichtsverlust revidiert werden.

Schwieriger wird es, wenn während des Studiums Probleme auftreten. „Hier gilt es herauszufinden, was die Motivation hemmt“, sagt Herkenrath. „Beispiele sind Misserfolge bei Prüfungen oder persönliche Probleme mit Professoren.“ Der Coach und Schauspieler erinnert sich an ein Casting, bei dem er eine wichtige Rolle nicht erhalten hat. „Wir müssen im Leben lernen, mit Misserfolgen umzugehen und ein Nein zu akzeptieren“, weiß er.

Schauspieler Lutz Herkenrath gibt seine Erfahrungen auch als Motivationscoach weiter. Foto: Lutz Herkenrath/nn

Junge Menschen treffen häufig im Studium erstmals auf diese Probleme. Wenn sie sich ihre Ziele und den wahren Grund für die Motivation vor Augen führen, lassen sich auch Lösungen wie ein Wechsel des Kurses oder gar der Universität finden.