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Jederzeit weiterbilden mit einem Fernstudium

Tipps : Jederzeit weiterbilden mit einem Fernstudium

Flexible Studienformate eignen sich insbesondere für Menschen, die aus beruflichen oder anderen Gründen nicht regelmäßig an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können. Dabei sind Motivation und Organisationstalent gefragt.

Jederzeit und überall studieren – das sind die entscheidenden Vorteile eines Fernstudiums. Die Lerneinheiten lassen sich nach der Arbeit oder am Wochenende absolvieren, Präsenzphasen sind zumeist auf ein Minimum reduziert. Das sorgt für maximale Freiheit bei den Studierenden, erfordert aber auch ein hohes Maß an Selbstdisziplin. „Flexible Studienformate, die es gerade Berufstätigen ermöglichen ihre Weiterbildung an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, machen ein Fernstudium attraktiv“, sagt Margot Klinkner, stellvertretende Geschäftsführerin des Zentrums für Fernstudien im Hochschulverband (zfh). „Flexibilität besteht aber auch im Hinblick auf die Studieninhalte entweder mit wählbaren Vertiefungsschwerpunkten oder durch einen modularen Aufbau, der in den meisten Studienangeboten eine maßgeschneiderte Weiterbildung ermöglicht.“

Wie funktioniert ein Fernstudium? Viele Fernstudienangebote setzen auf den Ansatz des „Blended Learning“. Dabei wechseln sich Selbststudienphasen und virtuelle Lerneinheiten mit Präsenzveranstaltungen ab. „Zunächst bearbeiten die Fernstudierenden während der Selbststudienphase die Studieninhalte anhand von Studienbriefen beziehungsweise mit einer Lernsoftware“, erklärt Klinkner den Ablauf der Fernstudienangebote des zfh-Hochschulverbunds. Die Lernplattform stellt auch die Vernetzung der Studierenden und Lehrenden untereinander sicher und fördert so den Lernfortschritt. „Darüber hinaus erhalten die Studierenden eine intensive, fachliche Studienbetreuung während des gesamten Studiums.“ Die Präsenzphasen dienen neben der Vertiefung der Inhalte auch dem Networking und dem persönlichen Austausch. Sie finden oftmals – nicht nur in Corona-Zeiten – bereits virtuell über Konferenzsysteme statt.

Für wen eignet sich ein Fernstudium? Digital gestützte Studienformate bieten die Möglichkeit des individuellen und zeitlich selbstbestimmten Lernens. Aufgrund der Selbststudienphasen verlangen sie jedoch ein hohes Maß an Selbstorganisation und Selbstdisziplin sowie Zielorientierung und Ausdauer. „Für ein Fernstudium sollten Interessierte zwischen 15 und 18 Lernstunden pro Woche einplanen“, rät Klinkner. „Wer sich nicht sicher ist, ob das Fernstudienformat das Richtige ist, kann es für ein paar Wochen unverbindlich testen und Studieninhalte wie auch digitale Anwendungen näher kennenlernen.“

Warum ist das Fernstudium so beliebt? Für Berufstätige oder Menschen, die beispielsweise Angehörige pflegen oder Kinder betreuen, ist ein Fernstudium eine flexible Möglichkeit der Weiterbildung. Aktuell setzen auch Unternehmen auf digitale Fortbildungen und ermöglichen ihren Mitarbeitern, im Homeoffice neue, gefragte Kompetenzen zu erwerben. Die Weiterbildung von Mitarbeitern ist eine entscheidende Strategie zur Fachkräftesicherung und -bindung, gerade um in Krisenzeiten am Markt zu bestehen.

Welche Voraussetzungen müssen Studierende mitbringen? Genau wie Präsenzstudiengänge haben Fernstudiengänge formale und inhaltliche Zugangsvoraussetzungen. „Neben der Hochschulzugangsberechtigung ist bei berufsbegleitenden Bachelor-Studiengängen zum Teil auch zusätzlich ausreichende Berufspraxis nachzuweisen“, weiß Margot Klinkner. „Weiterbildende Masterstudiengänge erfordern hingegen einen ersten Hochschulabschluss und eine mindestens einjährige Berufspraxis.“ Alternativ kann der Zugang auch auf Basis einer Hochschulzugangsberechtigung in Verbindung mit mehrjähriger Berufspraxis über eine Eignungsprüfung erfolgen. Das macht Studieren ohne Abitur und ein Masterstudium ohne Erststudium möglich.

Wie findet man die passende Fern-Uni? Interessierte sollten sich aufgrund von Beruf, Interessen und Zielsetzungen für eine Fachrichtung entscheiden. Einen guten Überblick über alle Studiengänge bietet der Hochschulkompass, ein Angebot der Hochschulrektorenkonferenz. Anbieter wie das zfh bieten Interessierten außerdem Beratung zu allen Fragen rund ums Fernstudium an.