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Mittenwald: Instrumentenbauer sind in der Regel auch selbst musikalisch

Mittenwald : Instrumentenbauer sind in der Regel auch selbst musikalisch

Handwerkliches Geschick ist für sie allenfalls die halbe Miete: Instrumentenbauer brauchen auch ein Gehör für den perfekten Klang.

Auf einen hundertstel Millimeter genau müssen die Tasten am Klavier ausgerichtet werden, sonst gibt es Ärger mit dem Pianisten. Musikinstrumentenbauer ist ein Beruf für Perfektionisten. Das erfordert Fingerspitzengefühl, ein gutes Ohr – und Geduld im Umgang mit den Kunden. Denn wenn es um ihr Instrument geht, können Profimusiker zu Diven werden.

Keine Frage: Die Zeiten waren schon einfacher, um im Instrumentenbau Fuß zu fassen. Die Branche habe schwere Jahre hinter sich, sagt Georg Neuner, stellvertretender Leiter der Instrumentenbauschule im oberbayerischen Mittenwald: "Die industrielle Fertigung verlagert sich nach Asien." Was sich hierzulande hält, sei die Fertigung hochwertiger Instrumente und die Reparatur.

Wer sich für eine Ausbildung im Instrumentenbau interessiert, muss sich zunächst einmal entscheiden, auf welches Instrument er sich spezialisieren will, erklärt Neuner. Es gibt Ausbildungswege für Klavierbauer, Geigenbauer, Bogenmacher und vieles mehr.

Doch allzu schwer sei die Entscheidung oft nicht, erzählt Neuner. In der Regel bauen Instrumentenbauer das Musikgerät, das sie selbst als Hobbymusiker kennen. Bei vielen Ausbildungsstätten müssen Bewerber bei der Aufnahmeprüfung sogar vorspielen.

Was alle Instrumentenbauer mitbringen sollten, ist neben einem guten musikalischen Gehör vor allem Fingerspitzengefühl. Doch die Ausbildungssituation ist bei einigen Instrumenten angespannt. Weil es kaum noch größere Betriebe mit einer Serienproduktion gibt, besteht der Markt zu großen Teilen aus kleinen Werkstätten. In den vergangenen Jahren haben deshalb die Berufsfachschulen an Bedeutung gewonnen. Auszubildende lernen dort nicht nur theoretisch, sondern bekommen auch ihre praktische Ausbildung in den Werkstätten der Schule.

Der Andrang auf die wenigen Ausbildungsplätze der Berufsfachschulen etwa in Klingenthal und Mittenwald ist groß – obwohl die Verdienstmöglichkeiten nicht überragend sind.

In der Ausbildung bekommen Instrumentenbauer laut der Tarifsammlung des Bundesarbeitsministeriums in der Regel zwischen 400 und 520 Euro.

Nach der Ausbildung kommt es dann ganz darauf an, wo man arbeitet und wie schnell man sich als Selbstständiger einen Kundenstamm aufbauen kann. Laut der Bundesagentur für Arbeit liegt der Stundenlohn eines ausgelernten Klavierbauers bei 15 bis 16 Euro brutto.

(dpa)