Nicht sofort geschlagen geben Die beliebtesten Alternativen zur Gehaltserhöhung

Düsseldorf · Wenn der Vorgesetzte eine Gehaltserhöhung ablehnt, sollten Sie sich nicht sofort geschlagen geben. Es gibt noch andere Extras, die Sie für sich aushandeln können. Diese Alternativen zur Gehaltserhöhung gibt es.

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Foto: picture alliance / dpa Themendie/Christin Klose

Manche Arbeitnehmer argumentieren glaubhaft bei ihrem Vorgesetzten, dass sie eine Gehaltserhöhung verdient haben – und beißen doch auf Granit. Es kann auch sein, dass Ihr Chef Ihren Einsatz für das Team ohne Zweifel anerkennt, aber derzeit kein Budget für eine Lohnerhöhung hat. In manchen Fällen ergibt ein höheres Gehalt für Sie auch keinen Sinn, weil damit der Steuersatz steigen und ihr Nettogehalt sinken würde.

In diesen Fällen sollten Sie allerdings nicht sofort aufgeben, denn es gibt zahlreiche Alternativen zur Gehaltserhöhung. Sie müssen sich bloß überlegen, welche der Alternativen am besten zu Ihnen passt – und diesen Vorschlag dann – für den Fall, dass es mit der Gehaltserhöhung nicht klappt – mit in das Gespräch nehmen.

Das sind die beliebtesten Alternativen zur Gehaltserhöhung

Auf welche alternativen Möglichkeiten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Gehaltsverhandlung zurückgreifen können:

  • zusätzlicher Urlaub, verkürzte Arbeitszeiten, Workation: Wenn Sie weniger arbeiten möchten, könnten zusätzliche Urlaubstage oder verkürzte Arbeitszeiten, wie etwa die Vereinbarung einer Vier-Tage-Woche bei gleichbleibendem Gehalt eine Lösung sein. Sollten Sie gar nicht unbedingt weniger, sondern vor allem woanders arbeiten wollen, können Sie Ihren Chef um die Möglichkeit zur Workation bitten. In dem Fall müssen Sie aber unbedingt den Versicherungsschutz durch Ihren Arbeitgeber klären.
  • Weiterbildung und Coaching: Es gibt jede Menge Programme zur beruflichen Weiterbildung. Wenn Sie sich ein Programm aussuchen, das Sie persönlich interessiert, aber auch Ihrer Tätigkeit zugutekommt, können Sie Ihren Chef statt nach mehr Gehalt um die Übernahme der Kosten bitten.
  • Sach- und Dienstleistungen: Ihr Arbeitgeber darf Ihnen jeden Monat bis zu 50 Euro Sonderzahlung steuerfrei zur Verfügung stellen. Entweder über eine Firmenkreditkarte oder Sie lassen sich einen Essens- oder Tankgutschein vom Unternehmen ausstellen.
  • Stellung eines Fahrzeugs und Fahrkostenzuschuss: Ein Dienstwagen kann ein Extra sein, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen die private Nutzung gestattet. Bei der privaten Nutzung müssen Sie für Ihren geldwerten Vorteil allerdings Steuern und So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zahlen. Wer sich für ein E-Auto als Dienstwagen entscheidet, profitiert von einem Steuervorteil. Bei E-Bikes und Fahrrädern, die Ihnen vom Arbeitgeber gestellt werden, sind steuerfrei. Für die E-Bikes gilt das allerdings nur noch bis 2030. Darüber hinaus kann Ihr Arbeitgeber Ihnen einen Fahrtkostenzuschuss zahlen.
  • Jobticket und BahnCard: Sie können sich von Ihrem Arbeitgeber auch ein Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr (wie zum Beispiel das Deutschlandticket) bezuschussen lassen. Oder Sie können sich, sofern Sie häufig längere Fahrten unternehmen, eine Bahncard (25 oder 50) bezuschussen lassen, mit der Sie auch an günstigere Tickets für IC und ICE kommen. Auch eine Bahncard 100 ist denkbar, mit der Sie alle Züge der Deutschen Bahn kostenlos nutzen.
  • Gesundheits- und Fitnesskurse: Arbeitgeber können alles, was die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördert, jährlich mit bis zu 600 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei bezuschussen. Zu den Leistungen zählen zum Beispiel Rückentraining, Massagen, ergonomische Büromöbel für den Arbeitsplatz im Homeoffice, Rauchentwöhnung oder Entspannungsprogramme, aber auch von Ihrer Krankenkasse geförderte Gesundheitskurse. Auch eine vergünstigte Mitgliedschaft im Fitnessstudio ist denkbar.
  • Kinderbetreuung: Solange die Kinder noch nicht im schulpflichtigen Alter sind, können Arbeitgeber die Beiträge für Kinderkrippe, Kindergarten, Babysitter oder Tagesmutter in unbegrenzter Höhe steuer- und sozialversicherungsfrei übernehmen oder bezuschussen.
(hf)
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