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Nach Papstbeleidigung: Entlassene Angestellte wehren sich

Nach Papstbeleidigung : Entlassene Angestellte wehren sich

London (RPO). Wegen einer Mail, die den Papast im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche beleidigte, sind vier Angestellte des Schottischen Fußballverbandes entlassen worden. Nun wehren sie sich und klagen gegen ihren Rauswurf.

Zur Begründung führten sie an, ihre Chefs hätten auch über eine zweite kursierende, wesentlich beleidigendere E-Mail gelacht, wie die Tageszeitung "The Scotsman" (Montag) berichtet. Es werde offenkundig mit zweierlei Maß gemessen, so die Kläger.

Die vier Entlassenen, darunter Techniker und Verwaltungsangestellte des Verbandes, sollen beim Versand einer beleidigenden E-Mail vor dem Schottland-Besuch von Papst Benedikt XVI. im September beteiligt gewesen sein.

Darin war den Angaben zufolge ein Warnschild zu sehen, das einen Erwachsenen Hand in Hand mit einem Kind zeigte, und darunter sie Zeile: "Vorsicht - der Papst kommt".

Die Schottische Bischofskonferenz hatte personelle Konsequenzen aus der Affäre gefordert. Unter anderem erklärte Oberschiedsrichter Hugh Dallas seinen Rücktritt, offenbar auf Druck des Verbandes.

Die vier Geschassten erklärten nun laut "Scotsman", es habe noch eine zweite Mail kursiert. Der Videoclip einer Comedy-Webseite habe von einem Jungen gehandelt, der im Sommerlager von einem Geistlichen sexuell belästigt wurde. Der Junge habe daraufhin ein "Anti-Priester-Spray" versprüht und so den Angreifer vertrieben.

Im schottischen Fußball gibt eine lange Tradition konfessioneller Spaltung und Polemik. Vor allem in Glasgow, wo es einen katholischen (Celtic) und einen protestantischen Spitzenclub (Rangers) gibt, kam es rund um den Fußball in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Konfessionen.

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(KNA/mais)