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Verspätung im Job: Eis und Schnee sind keine Entschuldigung

Verspätung im Job : Eis und Schnee sind keine Entschuldigung

Heidelberg (RPO). Auch wenn die Straßen im Schnee versinken und die Bahngleise eingefroren sind: Schnee und Eis sind keine Entschuldigung, zu spät zur Arbeit zu kommen. Beschäftigte müssen sich auf die angekündigte Wetterlage einstellen. Sonst droht schlimmstenfalls eine Abmahnung.

Ist starker Schneefall im Wetterbericht angekündigt, müssten Beschäftigte notfalls am nächsten Morgen zwei Stunden früher aufstehen, sagte der Arbeitsrechtsexperte Michael Eckert aus Heidelberg dem dpa-Themendienst.

Es reicht nicht, als Entschuldigung für das Zuspätkommen auf den stockenden Verkehr zu verweisen, erklärte das Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins. Mitarbeiter könnten sich auch nicht damit herausreden, dass ein Zug oder Bus ausgefallen ist.

Der Beschäftigte trage das Risiko, wenn der Arbeitsweg wetterbedingt länger dauert, sagte Eckert. Wichtig sei, dass der Arbeitgeber unverzüglich über die Verzögerung informiert wird.

Je wichtiger der Job, desto mehr kann dem Arbeitnehmer zugemutet werden. "Niemand muss gleich einen Helikopter chartern, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen", beruhigte Eckert. Aber für einen Chirurgen etwa könne es zumutbar sein, in einer Pension in der Nähe des Krankenhauses zu übernachten, sollte ein heftiger Schneesturm angekündigt sein. "Ein Arbeitgeber kann verlangen, dass seine Beschäftigten verfügbar sind."

Kommt ein Arbeitnehmer dennoch zu spät, könne der Arbeitgeber den Lohn für die versäumte Zeit kürzen, sagte der Arbeitsrechtsexperte. Alternativ könne der Chef anordnen, die Zeit nachzuarbeiten. Auch ein Ausgleich über Arbeitszeitkonten sei denkbar.

Schlimmstenfalls droht dem Nachzügler eine Abmahnung. Das sei aber nur bei schweren Verstößen der Fall. Bei einer einmaligen Verspätung müssten Arbeitnehmer dagegen keine Abmahnung oder gar eine Kündigung fürchten.

Hier geht es zur Infostrecke: Verspätung auf dem Weg zur Arbeit

(tmn/mais)