Was ist erlaubt?: Büroklatsch kann den Job kosten

Was ist erlaubt? : Büroklatsch kann den Job kosten

Düsseldorf (RP). Offenes Geheimnis, haltloses Gerücht oder ausgewiesene Interna: Was Beschäftigte wem erzählen dürfen - und wann Konsequenzen drohen.

Klatsch in der Kaffeeküche und Tratsch in der Kantine erleben in wirtschaftlich unsicheren Phasen Hochzeiten. Doch während Beschäftigte manche "Neuigkeiten" bedenkenlos weitergeben dürfen, können andere Plaudereien zur Abmahnung, mitunter sogar zur Kündigung führen.

"Weist der Arbeitgeber dem Beschäftigten nach, dass er der Firma vorsätzlich geschadet hat, kann er ihm den entstanden Schaden in voller Höhe in Rechnung stellen", sagt Arbeitsrechtsexperte Sunderdiek. Strafrechtliche Folgen drohen in der Regel nur, wenn der Beschäftigte bei der Weitergabe von Betriebsinterna systematisch vorgeht.

"Gefeit ist davor aber niemand", sagt Sunderdiek. Nach § 204 StGB können Beschäftigte, die Betriebsgeheimnisse verwerten, mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Bei zusätzlich wettbewerbswidrigem Verhalten drohen bis zu drei Jahre Haft (§ 17 UWG). Was gilt beim Reden über Vorgesetzte?

Rechtlich gesehen macht es keinen Unterschied, ob jemand einen Sachbearbeiter oder einen Abteilungsleiter beleidigt, erklärt Rechtsanwalt Sunderdiek. "In der Praxis bleibt bei dem Abteilungsleiter aber immer etwas mehr hängen." Der persönliche Schaden, den er dem Verursacher seiner Misere in Rechnung stellen kann, ist höher.

Beim Reden über Vorgesetzte, vor allem mit deren Vorgesetzten, gelte daher umso mehr, was er Beschäftigten beim Thema Tratsch ohnehin grundsätzlich rate, sagt Sunderdiek: "Ruhig daran beteiligen - indem man zuhört, statt selbst zu reden."

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(RP)