Studie: Betrügen kann glücklich machen

Studie : Betrügen kann glücklich machen

Wer kennt das nicht? Vor dem Bewerbungsgespräch wird die Vita ein wenig aufgehübscht. Obwohl das Betrug ist, fühlen sich die meisten nicht schlecht dabei - erst recht nicht, wenn die Lüge zum Erfolg beiträgt. Warum das so ist fanden Forscher heraus.

Ein Praktikum mehr, der Auslandsaufenthalt um ein paar Wochen verlängert, ein erfundener Sprachkurs: Ein paar Stationen mehr im Lebenslauf und die Chancen auf den Traumjob werden größer, wie auch das Selbstbewusstsein des Bewerbers.

Dabei heißt es doch eigentlich, dass Ehrlichkeit am längsten währt? Das stimmt so nicht immer, wie eine neue Studie jetzt belegt. Schummeln und Tricksen kann durchaus Vorteile mit sich bringen und beim Lügner Glücksgefühle auslösen. Immer vorausgesetzt, dass das eigene negative Verhalten anderen keine Nachteile bringt und das Risiko erwischt zu werden relativ gering ist.

Die Forscher wollten mit ihrer Studie untersuchen wie sich unethisches Verhalten auf die Gemütsverfassung auswirkt. In sechs Experimenten bewiesen Sie, dass erfolgreiche Tricksereien die Probanden in Hochstimmung versetzten - einen sogenannten "Cheaters High" auslösten. Und dass obwohl die meisten Teilnehmer im Vorfeld angegeben hatten, dass sie sich bei Betrug wahrscheinlich schlecht fühlen würden und Nachteile aus dem Schummeln erwarten würden.

Mit Matheaufgaben zum Glück

Ein Experiment bestand darin, dass 20 Mathematikaufgaben gelöst werden mussten. Pro richtiger Antwort wurden die Teilnehmer mit einem Dollar entlohnt. Nachdem sie fertig waren, bekamen sie zufällig die richtigen Antworten zu sehen und erhielten so die Möglichkeit die eigenen falschen Lösungen zu korrigieren.

Dabei kam heraus, dass diejenigen, die ihre Chance auf mehr Geld ergriffen und ihre Ergebnisse korrigiert hatten keineswegs unter einem schlechten Gewissen litten. Ganz im Gegenteil waren sie froh über ihr Verhalten und kamen sich wie Gewinner vor. Die Ehrlichen hingegen, die nicht so gut abgeschnitten hatten fühlten sich als Verlierer und zweifelten sogar an sich.

Damit haben die Forscher gezeigt, dass Ehrlichkeit - auch im Beruf - nicht immer der Weg ist, der zu persönlicher Zufriedenheit führt. Das lässt sich auch auf ganze Unternehmen übertragen, die beispielsweise im Geschäftsbericht Zahlen und Statistiken nach oben korrigieren, um so eine bessere Stimmung zu erzeugen.

Hier geht es zur Infostrecke: Lügen bei der Bewerbung - was Sie dürfen und was nicht

(ham)