Baggerfahrer, Prinzessin, Astronaut: Warum Kindertraumberufe doch wahr werden

Baggerfahrer, Prinzessin, Astronaut : Warum Kindertraumberufe doch wahr werden

Erinnern Sie sich noch daran, was Sie als Kind unbedingt werden wollten? Damals schien alles möglich - egal ob Prinzessin, Pirat oder Pilot. Und: Sie waren sich sicher, dass Sie das auf jeden Fall sein wollen, aber heute nur in den seltensten Fällen tatsächlich sind.

Wenn Kinder gefragt werden, was sie später mal beruflich machen möchten, können die Kleinen die Frage ohne nachzudenken beantworten. Das hat Diplom-Psychologe Jürgen Vogt bei drei bis sechs Jährigen gemacht. Die Mädchen gaben überwiegend Tänzerin, Ballerina, Prinzessin und Braut als Berufswunsch an. Die Jungs wollten Erfinder, Forscher, Pirat oder Torwart werden.

In den Antworten spiegelt sich die Erlebniswelt der Kinder wieder: Sie haben Berufe gewählt, die sie gut spielen können. Und das Erstaunlichste: Das, was die Kinder werden wollen, ist oft richtig, denn sie suchen ihren Traumberuf intuitiv nach den Tätigkeiten aus, die bei ihnen Freude und Begeisterung auslösen - Eigenschaften, die später auch der echte Job haben sollte.

Vom Piraten zum Tauchlehrer, Kapitän oder Meeresbiologen

In diesem Sinne ist der "richtige" Beruf in jedem schon seit der frühesten Kindheit durch individuelle Vorlieben angelegt. Zwar lassen sich viele Traumberufe der Kinder nicht direkt übertragen, so ist ein Berufswunsch wie Pirat, natürlich nicht umsetzbar. Und nicht jeder der Tänzer, Profifußballer oder Wissenschaftler werden will, wird es am Ende auch. Aber aus dieser Karrierevorstellung lassen sich wichtige Kompetenzen ziehen: Derjenige, der Lust auf Abenteuer hat, risikobereit ist und sich auf den Meeren der Welt zu Hause fühlt, sollte nicht Büroangesteller werden und den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen. Für ihn könnte Tauchlehrer, Kapitän eines Schiffs oder Meeresbiologe ein Traumjob sein.

Auch für Prinzessinnen lassen sich Berufe finden: Sie legen Wert auf ein gepflegtes Aussehen, möchten in luxeriösen Häusern wohnen und benehmen sich vornehm. In einem handwerklichen Betrieb werden sie wahrscheinlich nicht glücklich. Besser aufgehoben wären sie stattdessen in dem Berufszweig der Kosmetikerin, Immobilienmarklerin oder der Knigge-Expertin.

Erkennen lässt sich somit im Kindesalter bereits, ob schnelle Abläufe oder langsamere bevorzugt werden. Ob das Kind etwa lieber im Rampenlicht steht oder es sich mehr zurückzieht. Und, ob es lieber alleine oder mit anderen Kindern spielt. All diese kleinen, aber wichtigen Vorlieben zeigen, in welchen Berufen sich die Kinder später wohlfühlen werden. Denn der Job muss zur Persönlichkeit passen.

Sich an Kindern ein Beispiel nehmen

Kinder hören bei der Berufswahl auf ihr Bauchgefühl. Geld, Karrierechancen, Arbeitszeiten und die Jobaussichten auf dem Arbeitsmarkt spielen bei ihnen keine Rolle. Und sie haben Mut zum Abenteuer, denn obwohl sie nicht sicher wissen, was sie in diesem Beruf erwartet, haben sie keinen Zweifel an ihrem Berufswunsch. Zudem suchen sich Kinder ihren Job in einem Bereich aus, den sie spannend finden und worüber sie mehr erfahren möchten. Im Idealfall wird irgendwann das Hobby zur Karriere. Genau so sollten es auch Erwachsene machen.

Wenn klar ist, was Leidenschaft und Freude weckt, können mit diesen Begriffen Stellenausschreibungen gesucht werden. Diese Elemente sollten dann im Job beinhaltet sein. Wurde etwas passendes gefunden, dann am besten ein Praktikum in diesem Bereich machen. Gibt Ihnen der Job genügend Raum zur Selbstverwirklichung, haben Sie den richtigen gefunden.

(ham)