Universität: Sieben Tipps für einen guten Studienbeginn

Universität : Sieben Tipps für einen guten Studienbeginn

Mitte September beginnen an den Fachhochschulen in NRW die Vorlesungen. An den Universitäten geht es am 6. Oktober los. Für viele der 100.000 Erstsemester im Land ist es der erste persönliche Kontakt mit der Hochschule.

Wenn Sie zu den mehr als 100 000 Abiturienten gehören, die in den nächsten Wochen in Nordrhein-Westfalen ihr Studium aufnehmen, können Sie einiges richtig machen, damit Ihr Studium erfolgreich wird. Der erste Schritt:

Studienort und die Hochschule erkunden

Bewerbung und Einschreibung für ein Studienfach sind heutzutage per Mail und Post möglich, nun steht der erste persönliche Kontakt zur neuen Hochschule an. Es lohnt sich unbedingt, die künftige geistige Heimat schon vor dem offiziellen Vorlesungsbeginn in Ruhe zu erkunden. Alle Unis sind riesige Ansammlungen gleichförmiger Gebäude, die prinzipiell niemals nach einem durchschaubaren System gekennzeichnet sind. Mal sind sie nach dem Alphabet, mal nach Nummern oder gar nach Farben geordnet. So zählt das Auffinden von Seminarräumen und Hörsälen zu den größten Herausforderungen für Neulinge. Wenn Sie dann auch noch erfolgreich testen, wie man am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hinkommt, haben Sie den wichtigsten Schritt schon geschafft, denn auch der Parkplatzmangel gehört zum Studium. Mit dem Semesterticket für alle Studierenden fahren Sie zudem kostenlos.

Hochschul-Mail-Adresse aktivieren und benutzen

Mit dem neuen Status als Student bekommen Sie eine Mail-Adresse und eine persönliche Benutzerkennung von Ihrer Hochschule. Mit dieser Benutzerkennung melden Sie sich im Internetportal Ihrer Hochschule für Ihre Vorlesungen und Seminare an. Dort werden Sie auch alle Informationen zu den Lehrveranstaltungen und später zu Ihren Prüfungsergebnissen finden. Die Uni-Mail-Adresse benutzen auch alle Lehrenden, um mit Ihnen in Kontakt zu kommen. Sie sollten sich also angewöhnen, regelmäßig Ihre Mails zu lesen, denn auf diesem Weg werden Sie über Raumänderungen, Seminarausfälle oder andere organisatorische Dinge rechtzeitig informiert.

Bibliotheksausweis besorgen

Mit Ihrem Personal- und Studentenausweis geht das ganz schnell; es eröffnet Ihnen die Welt der Wissenschaft. Viele Studierende leihen nicht nur Bücher aus, sondern verbringen ihre Lernzeit in der Bibliothek, weil dort alle Nachschlagewerke griffbereit sind. Bei besonderen Erstsemester-Führungen informiert man Sie auch über die vielen Online-Möglichkeiten, die moderne Bibliotheken heute bieten.

Ersti-Veranstaltungen besuchen

Mit dem Vorlesungsbeginn werden Sie "Ersti", was sehr liebevoll gemeint ist. Für Sie gibt es eine Reihe von Einführungsveranstaltungen, die Sie auf keinen Fall versäumen sollten. Hier sieht man zum ersten Mal fast alle Lehrenden des Fachs sowie ältere Studenten, die Tutorien (Lerngruppen) leiten, und Mitarbeiter der Fachschaft, die selbst noch Studierende sind. Jedes Fach hat eine gewählte Fachschaft, die Bestandteil der studentischen Selbstverwaltung ist und viele Aufgaben übernimmt. So bietet sie zum Beispiel Orientierungstutorien für Erstsemester an, Hilfe bei der Erstellung der Stundenpläne, gibt Antworten auf Fragen zum Studium und zum Wahlpflichtbereich. Vor allem aber ermöglicht sie Kontakte zu anderen Studenten und organisiert Freizeitveranstaltungen wie Ersti-Frühstück oder Ersti-Partys. Damit sind wir beim nächsten Punkt:

Kontakte zu Kommilitonen knüpfen

Falls Sie nicht schon als fertige Lerngruppe von Ihrer Schule an die Hochschule gewechselt sind, ist das ein ganz wichtiger Punkt, um im Studium anzukommen. Es gibt Universitäten mit mehr als 50 000 Studierenden, und auch Fachhochschulen bringen es nicht selten auf 10 000 Studenten. In dieser Masse kann man sich leicht verloren vorkommen. Oberstufenkurse haben selten mehr als 30 Teilnehmer, und nun sitzen Sie plötzlich mit 600 anderen im Hörsaal. Da ist es wichtig, wenigstens ein paar Leute zu kennen, mit denen man sich zu Veranstaltungen oder zur gemeinsamen Pause verabreden kann. Nächster Punkt:

Ersti-Tüte schnappen

Die bringt zwar intellektuell nichts für den Studienerfolg, macht aber Spaß, denn sie enthält ein Sammelsurium aus Werbematerial, Gummibärchen, Tütensuppe und manchmal Kondomen, die Sie sicherheitshalber schon für die Ersti-Party einstecken können. Schlaue Erstsemester begrenzen die Partybesuche auf die Wochenenden. Beim Stichwort "begrenzen" sind wir beim nächsten Thema, dem Stundenplan.

Stundenplan begrenzen

Aus der Schule sind vielen von Ihnen Stundenpläne mit mehr als 30 Unterrichtsstunden in der Woche vertraut. Das ist fürs Studium eindeutig zu viel, denn Sie müssen unbedingt eine Vor- und Nachbereitungszeit für fast alle Lehrveranstaltungen einplanen. Lassen Sie sich im Zweifel von den älteren Studenten helfen.

Wenn Sie das alles beachten, wird Ihr erstes Semester schön und erfolgreich sein. Und die Themen Hochschulsport, Uni-Chor, Auslandsaufenthalt und so weiter gehen Sie dann im Februar an, wenn Sie schon nicht mehr Ersti sind.

(RP)