Ausbildung zum Stanz- und Umformmechaniker

Dortmund : Komplexere Maschinen verlangen neue Ausbildung

Seit August gibt es den dreijährigen Ausbildungsberuf "Stanz- und Umformmechaniker". Fachkräfte sind in diesem Bereich gefragt.

Alles muss millimetergenau passen. Egal, ob Autos, Haushaltsgeräte oder Landmaschinen — bei der Herstellung von Einzelteilen ist Maßarbeit gefragt. Die Aufgabe von Stanz- und Umformmechanikern ist es, die komplexen Maschinen zu bedienen und zu überwachen, die bei der Produktion im Einsatz sind.

Seit August gibt es den neuen Ausbildungsberuf. Am Anfang steht dabei nur ein Stück Blech. "Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie dieses Teil durch Biegen, Formen und Stanzen verändert werden kann", sagt Andreas Spengler. Der 28-Jährige ist gelernter Werkzeugmechaniker und arbeitet bei der Firma b.s.u Biebertaler Stanz- und Umformtechnik. Stoßstangen für Autos, Quirle für Küchenmixer oder Operationswerkzeuge für Krankenhausärzte — Fachkräfte wie er produzieren die Einzelteile in Serie.

"Bislang wurden überwiegend angelernte Arbeitskräfte an den Maschinen eingesetzt", erklärt Peter Gladisch, Geschäftsführer der GSU-Schulungsgesellschaft für Stanz- und Umformtechnik in Dortmund. Doch weil die Maschinen in den vergangenen Jahren immer komplexer und die zu fertigenden Einzelteile immer komplizierter werden, gibt es nun einen eigenen Ausbildungsberuf.

Die Ausbildung zum Stanz- und Umformmechaniker dauert drei Jahre. In Betrieb und Berufsschule lernen Azubis zunächst, Bauteile aus Blechen oder Drähten manuell zu bearbeiten, und beschäftigen sich mit den Stanz- und Umformmaschinen. In der Berufsschule geht es zum Beispiel darum, technische Skizzen zu verstehen oder Werkstoffeigenschaften zu beurteilen.

Wer sich für den neuen Ausbildungsberuf interessiert, sollte mindestens einen guten Hauptschulabschluss haben. Wer vorher eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik mit dem Schwerpunkt Umform- und Drahttechnik bestanden hat, kann sich zwei Jahre der Ausbildung für den Stanz- und Umformmechaniker anrechnen lassen. Die Ausbildungsvergütung richtet sich in den tarifgebundenen Betrieben nach dem Tarifvertrag der IG Metall — der von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist. "In NRW erhalten Azubis im ersten Jahr monatlich rund 848 Euro, im zweiten rund 890 und im dritten rund 950 Euro", sagt Heike Neumeister, Sprecherin vom IG-Metall-Vorstand in Frankfurt am Main. Die Einstiegsgehälter nach der Ausbildung liegen durchschnittlich zwischen 2100 und 2600 Euro brutto im Monat.

(dpa)
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