Ausbildung zum Flugwetterberater

Unsere Serie : Wie werde ich... Flugwetterberater

Offenbach/Euskirchen (RPO). Sie sind unentbehrliche Ratgeber der Luftfahrt. Flughafenbetreiber und Piloten verlassen sich auf die Informationen der Flugwetterberater. Auch bei der Bundeswehr gibt es ohne sie keine Flüge. Die Experten sind rund um die Uhr im Einsatz und tragen dabei große Verantwortung. Der gesamte Flugverkehr ist von ihren konkreten Vorhersagen abhängig.

Sabine Bork übt diesen Beruf auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt aus. "Es ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit", sagt sie. Ihr Hauptkunde ist die Flugsicherung. Die umfassenden, stets aktuellen Daten liefern Beobachtungsstationen und ein Großrechner, der aufwendig Vorhersagen erstellt. Sabine Bork muss daraus ihre Schlüsse ziehen und Informationen erstellen.

Vor dem Job folgt eine gründliche Ausbildung. "Für die Zulassung sind Fachhochschulreife oder Abitur erforderlich", sagt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Sehr gute Noten in den Fächern Mathematik, Physik, Deutsch und Englisch gelten als Voraussetzung. Dann kann das dreijährige Studium an der Fachhochschule des Bundes in Brühl bei Köln, am Bildungs- und Tagungszentrum des DWD in Langen (Hessen) und in der Gruppe Lehre und Ausbildung des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (GeoInfoDBw) in Fürstenfeldbruck bei München erfolgen.

Auf dem Lehrplan steht alles, was mit Wetter zu tun hat: Physik, Meteorologie, Klimawesen, Wolkenkunde und Geografie. Dazu kommt Unterricht in fachbezogenem Englisch. Die angehenden Experten lernen, visualisierte Daten von Wetterstationen, Wetterradaren und Wettersatelliten abzulesen, zu entschlüsseln, zu interpretieren und in Zusammenhang mit dem Flugauftrag zu stellen.

Die ersten sechs Monate müssen an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl bei Köln absolviert werden. Die übrige Zeit wird an den Schulen in Langen und Fürstenfeldbruck verbracht. Während der Ausbildungszeit werde eine Vergütung gezahlt. Bis auf die Praktikumszeiten beim DWD oder bei der Bundeswehr bleiben die Auszubildenden an den Schulen. Das Studium schließt mit einem akademischen Grad (Diplom-Verwaltungsbetriebswirt/in FH) ab.

"Für den Einsatz im Luftverkehr müssen die Spezialisten noch eine zusätzliche praktische Ausbildung absolvieren", sagt Kirsche. Erst nach dieser und einer weiteren Prüfung wird die Beratungslizenz erteilt, die zum selbstständigen Arbeiten berechtigt. Beim DWD werden die meisten Absolventen als Beamte in den gehobenen Staatsdienst übernommen. Bei der Bundeswehr ist ein Dienst als Soldat oder Beamter vorgesehen. "Soldaten, die als Flugwetterberater arbeiten wollen, müssen zusätzlich zur Fachausbildung auch die Offiziersausbildung erfolgreich durchlaufen", erklärt Berndt Langrock vom GeoInfoDBw in Euskirchen.

Beim Wetterdienst arbeiten laut Kirsche etwa 70 Flugwetterberater. Beim Geoinformationsdienst gebe es etwa 200 zivile und weitere rund 100 militärische Stellen dieser Fachrichtung, so Langrock.

"Man muss in diesem Beruf belastbar sein, gerade auf einem Großflughafen wie Rhein-Main", sagt Bork. Nicht nur Piloten, sondern auch die Flughafenbetreiber müssen über das Wetter Bescheid wissen.

(Internet: www.dwd.de; www.bundeswehr-karriere.de)

(gms)