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Kassierer fälschte Pfandbons: Mini-Unterschlagung bleibt Kündigungsgrund

Kassierer fälschte Pfandbons : Mini-Unterschlagung bleibt Kündigungsgrund

Köln (RPO). Auch wer schon sehr lange für ein Unternehmen arbeitet, kann bei einer geringfügigen Unterschlagung fristlos entlassen werden. Das geht aus einem Urteil des Berliner Arbeitsgerichts hervor.

Im konkreten Fall war der Kläger seit 17 Jahren als Kassierer beschäftigt. Er geriet in Verdacht, in zwei Fällen Pfandbons gefälscht und eine Pfandsumme von insgesamt 6,06 Euro eingestrichen zu haben. Der beklagte Arbeitgeber kündigte ihm wegen des Verdachts fristlos. Die hiergegen gerichtete Klage hatte vor dem Arbeitsgericht keinen Erfolg. Darauf weist der Kölner Fachverlag Dr. Otto Schmidt hin.

Zwar komme nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts zum "Fall Emmely" einer langen Beschäftigungszeit im Rahmen der Interessenabwägung eine wichtige Bedeutung zu. Die Beschäftigungsdauer sei aber nicht unbedingt ausschlaggebend, wenn der dringende Verdacht den "originären Kernbereich" der Tätigkeit des Arbeitnehmers betreffe, urteilte das Gericht.

Im vom Bundesarbeitsgericht entschiedenen Fall hatte die Kassiererin ebenfalls unrechtmäßig Pfandbons eingelöst, die allerdings von einem Kunden vergessen worden waren. Vorliegend hatte der Kläger die Pfandbons mit hoher Wahrscheinlichkeit eigens erstellt, um die Pfandsumme einzustreichen.

(DDP/mais)