Berufsporträt Die Devise lautet: „Dreckige Hände, gutes Geld“

Madita Brauer hatte zunächst eine Banklehre gemacht, möchte nun aber den Handwerksbetrieb ihres Vaters übernehmen. Als Anlagenmechanikerin sorgt sie auch für mehr Klimaschutz in den Haushalten.

 Ihre erste Woche auf der Baustelle war hart. Inzwischen ist die Arbeit für SHK-Anlagenmechanikerin Madita Brauer Routine.

Ihre erste Woche auf der Baustelle war hart. Inzwischen ist die Arbeit für SHK-Anlagenmechanikerin Madita Brauer Routine.

Foto: dpa-tmn/Kirsten Neumann

Installateurin sagt man umgangssprachlich – oder auch Heizungsmechanikerin. Die korrekte Bezeichnung für den Beruf von Madita Brauer lautet aber Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Damit ist sie eine Expertin für Gebäudetechnik. In Zeiten hoher Energiepreise ist ihr Know-how besonders gefragt. Die 24-Jährige erzählt, warum sie sich für den Weg ins Handwerk entschieden hat, wie die erste Woche auf der Baustelle ablief und was sie an ihrem Beruf gewöhnungsbedürftig findet.

Mein Weg in den Beruf Zwar bin ich Tochter eines Elektro-, Heizungs- und Sanitärmeisters, aber alle anderen in der Familie haben eine Ausbildung bei der Bank absolviert. Das habe ich nie infrage gestellt und nach meinem Abitur auch getan. Schnell habe ich gemerkt, dass das nichts für mich ist.

Durchgezogen habe ich die Banklehre trotzdem. Ich dachte, das kaufmännische Wissen kann mir keiner mehr nehmen. In einem Kundengespräch hörte ich erstmals vom trialen Studium. Das verbindet eine Ausbildung im Handwerk mit einer Meisterfortbildung und einem betriebswirtschaftlichen Bachelorstudium. Tagsüber Ausbildung, abends Studium, das klang nach jeder Menge Stress. Genau richtig für mich.

Meine ersten Tage auf der Baustelle Die erste Woche auf der Baustelle war Horror. Man muss lange stehen und viel laufen. Es war Januar, es war bitterkalt und ich baute Außensteckdosen ein, während es schneite. Die zweite Woche lief aber besser, ich habe mich an die Abläufe gewöhnt und hatte fantastische Unterstützung von den Kollegen. Die haben sich Zeit genommen, mir viel erklärt und mich gleich machen lassen.

So läuft die Ausbildung ab Zuerst werden die Grundlagen vermittelt. Wir arbeiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern, meist in Neubauten, verlegen Rohre für die Wasserversorgung oder bauen komplette Heizungsanlagen. Rohre werden gebogen, es wird gelötet und gesägt. Wir beraten aber auch zu Energietechniken, etwa Wärmepumpen, Pelletheizungen und Solarenergie. Es ist ein gutes Gefühl, in einem leeren Raum loszulegen und die Heizungsführung zu planen. Das ist fast schon Kunst.

Je nachdem, wie groß der Anspruch an sich selbst ist, macht man jeden Tag etwas Neues, nimmt täglich eine Herausforderung an. Jeder wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt. Wer die Routine mag, findet seine Aufgaben ebenso wie die Ambitionierten, die sich spezialisieren, etwa auf Lüftungs- und Klimatechnik.

Die Licht- und Schattenseiten in meinem Beruf Ich finde es super, dass man einerseits selbstständig und eigenverantwortlich arbeitet, aber immer auch im Team und teilweise auch mit anderen Gewerken.

Gewöhnungsbedürftig ist es, bei Wind und Wetter zu arbeiten – dann ist man abends fix und fertig. Fies sind auch Staub und Dreck auf den Baustellen. Allerdings gilt in unserer Branche die Devise: „Dreckige Hände, gutes Geld“. 

Meine Zukunftspläne Natürlich möchte ich gerne den Familienbetrieb weiterführen. Wir sind in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Allroundtalente. Wir sorgen nicht nur dafür, dass die Leute es schön warm haben, wir beraten sie auch in Nachhaltigkeits- und Energiesparfragen. Das ist eine effiziente Form von Klimaschutz. Ich werde im nächsten Halbjahr meine Bachelorarbeit schreiben und dann vermutlich noch den Masterstudiengang anhängen. Ganz nach dem Motto: „Besser haben als brauchen“.

(dpa/tmn)