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Kolumne: Kostspielige Wohnpolitik

Kolumne : Kostspielige Wohnpolitik

Bauen wird immer teurer und komplizierter. Seit 2000 sind die Kosten rund um den Neubau von Mehrfamilienhäusern in Deutschland um fast 40 Prozent gestiegen.

Mitverantwortlich hierfür sind Bund, Länder und Kommunen, die den Wohnungsbau in den vergangenen Jahren durch Gesetze, Verordnungen, Auflagen, Steuern und Materialanforderungen enorm verteuert haben. Das hat jetzt ein "Verbändebündnis Wohnungsbau" thematisiert, dem Vermieterverbände, Baugewerbe und Baustofffachhandel genauso angehören wie die IG BAU und der Deutsche Mieterbund.

Auch das von Bundesbauministerin Barbara Hendricks ins Leben gerufene "Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen" befasst sich seit Monaten mit diesen Themen, unter anderem in einer sogenannten Baukostensenkungskommission.

Zwar führen niedrigere Baukosten nicht automatisch zu niedrigeren Mieten, aber sie eröffnen die Möglichkeit, dass mehr bezahlbare Wohnungen gebaut und angeboten werden können als bisher. Denn das ist das Problem. Die Wohnungsbau-Genehmigungszahlen sind in den vergangenen Jahren wieder gestiegen, insbesondere für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Diese Wohnungen sind aber teuer. Deshalb müssen der frei finanzierte und der Sozialwohnungsneubau angekurbelt werden.

Die Politik muss hier Zeichen setzen und "neubau-freundliche" Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehören verbesserte Abschreibungsbedingungen und eine aktive Baulandpolitik mit Sozialkonzepten. Vor allem gehören aber kostentreibende Standards, Auflagen und Regelungen beim Wohnungsneubau auf den Prüfstand.

(RP)