Kolumne : Unterschätzte Brandgefahr

Erst rauchte er, dann flog er in die Luft. Ein explodierender E-Bike-Akku setzte im November 2020 die Wohnung eines Ehepaars im nordrhein-westfälischen Lengerich in Brand. Die Folge: Zwei Leichtverletzte und 200.000 Euro Schaden. Extrembrände durch Lithium-Ionen-Akkus sind zwar selten, aber die Gefahr nimmt zu.

Die Energiespeicher sind leistungsstark, aber bei falscher Handhabung auch brandgefährlich. Sie finden sich in immer mehr Geräten – vom Smartphone, übers Laptop bis hin zum akkubetriebenen Werkzeug. Doch vor allem der Trend zur E-Mobilität und die zunehmende Zahl von E-Bikes erhöhen das Risiko, dass Gebäude und Hausrat Schaden nehmen. Laut Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung verursacht Elektrizität 32 Prozent aller Brände – und bei jedem vierten Elektrogerätebrand ist der Lithium-Akku der Auslöser. Auch solche Brandschäden sind durch die Wohngebäude- und Hausratversicherung abgedeckt. Trotzdem sollten E-Bike-Besitzer Vorsicht walten lassen. Heruntergefallene und beschädigte Akkus sind zu entsorgen. Das Laden sollte unter Aufsicht an brandsicherer Stelle mit dem Originalladegerät und -kabel erfolgen und der Akku vorher zehn Minuten Zeit bekommen, um sich der Raumtemperatur anzupassen. Sonst kann er sich aufblähen und entzünden. Um den Akku zu schonen, sollten Radfahrer ihr E-Bike spätestens alle ein bis zwei Monate aufladen, auch wenn sie nicht damit gefahren sind. Wer auf Nummer sichergehen will, lädt es am besten draußen auf.

Mathias Scheuber

Der Autor ist Vorsitzender des Vorstands der Ergo Versicherung AG.