Kolumne: Eine einmalige Chance nutzen

Kolumne: Eine einmalige Chance nutzen

Alle reden von fehlenden Mietwohnungen. Dabei schreien die historisch niedrigen Zinsen förmlich danach, jetzt die Bildung von Wohneigentum zu fördern.

So sehr auch die Preise gestiegen sind, die niedrigen Zinsen überkompensieren: Jede Familie, die eine Neubauwohnung kauft, wird für Zinsen weniger aufbringen als für die Monatsmiete an den vermietenden Kapitalanleger.

Foto: Ralf Schmitz

Oft ist, selbst wenn man eine erhöhte Tilgung berücksichtigt, die Belastung beim Kauf niedriger - und Tilgung bedeutet zudem Vermögensbildung und Alterssicherung. Nichts anderes gilt für Mieter, die ihre bislang gemietete Wohnung kaufen.

Was hindert die meisten daran, diese einmalige Chance wahrzunehmen? Oft fehlen die 20 Prozent Eigenkapital, die für eine Bankfinanzierung nötig sind. Und beim Kauf fallen darüber hinaus - selbst ohne Makler - happige 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer, dazu circa 1,5 Prozent für den Notar an.

  • Kolumne : Kunst un­kla­rer Her­kunft

Was ist zu tun? Die Grunderwerbsteuer sollte für bestimmte Einkommensgruppen beim Ersterwerb von Wohneigentum zur Eigennutzung entfallen, wenigstens deutlich gesenkt oder langfristig gestundet werden. Je nach Einkommenssituation sollte der Erwerb mit einem staatlichen oder staatlich garantierten Eigenkapitalersatzdarlehen gefördert werden. Ein Nachlass bei vorzeitiger Tilgung könnte Anreiz sein, eifrig zu sparen.

Mit überschaubaren Aufwand würde der Staat viel für private Vermögensbildung und Alterssicherung tun und den Mietwohnungsmarkt deutlich entlasten. Dafür, dass für solche Käufer auch genug gebaut wird, sorgt der Markt!

Ralf Schmitz: Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter der Wohnungsbaugesellschaft Ralf Schmitz.

(RP)
Mehr von RP ONLINE