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Sammlerstücke als Geldanlage

Investment : Sammlerstücke als Geldanlage

Schöne Dinge lassen sich nicht nur verschenken – Anleger können auch Geld mit ihnen verdienen. Doch auf was müssen sie achten, wenn sie in Armbanduhren, Fotografien, alte Bücher und andere Sammlerstücke investieren?

Der Schauspieler Paul Newman ist vielen Menschen nicht nur wegen seiner Rollen in bekannten Filmen wie „Die Farbe des Geldes“, „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ oder „Schlappschuss“ bekannt. Auch das gute Stück, das der 2008 verstorbene Schauspieler jahrelang am Handgelenk trug, hat Paul Newman bekannt gemacht: Seine Rolex „Daytona“ hat er 1983 zum 25. Hochzeitstag von seiner Frau Joanne Woodward erhalten. Vor einigen Jahren wurde die Uhr versteigert – für deutlich mehr als 17,5 Millionen US-Dollar. Eine andere Rolex Daytona der Schauspiel-Legende wurde kürzlich für knapp 5,5 Millionen US-Dollar verkauft, und die Armbanduhr „Heuer Monaco“, die Steve McQueen im legendären Film „Le Mans“ (1971) trug, ging für mehr als 2,2 Millionen US-Dollar über den Auktions-Tisch.

 Das sind Ausnahmen, genauso wie die gigantischen Beträge, die mittlerweile auch im Kunstmarkt für Stücke berühmter Künstler gezahlt werden. Aber auch einige Preisstufen darunter können Anleger von der Wertentwicklung ästhetischer Sachgegenstände profitieren. „Sammlerstücke werfen zwar keine Zinsen ab und sind auch nicht so leicht handelbar wie beispielsweise Aktien. Aber wer die richtigen Sammlerstücke erwirbt und Geduld mitbringt, kann eine deutlich überdurchschnittliche Rendite generieren“, sagt Sachwerte-Berater Thomas Hack von Value Brain. Er verweist exemplarisch auf den Kunstmarkt. Eine Studie habe ergeben, dass eine jährliche Rendite von sieben Prozent bei einer durchschnittlichen Haltedauer von elf Jahren möglich sei. Dieser durch Wertsteigerung erzielte Erlös von Kunstwerken sei normalerweise nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Für den Sachwerte-Experten stehen besonders Fotografien im Fokus. Das Preisniveau ist laut Thomas Hack im Vergleich zu etablierten Malern niedrig, international etablierte fotografische Kunstwerke sind bereits ab 2000 Euro erhältlich. Das ermöglicht eine breite Streuung des Kapitals beim Kauf von international renommierten Werke mit kleinen Auflagen und hohem Wertsteigerungspotenzial.

 Das bedeutet laut Thomas Hack: „Zeitgenössische Kunst ist eine realistische, nicht korrelierende, hochrentierliche und steuerbegünstigte Investitionsalternative zur Aktie.“ Der Finanzexperte rät zu einer Streuung von zehn bis 15 Prozent des Gesamtvermögens in Kunst-Investments und unterstützt seine Kunden dabei, ein persönliches diversifiziertes Kunstportfolio schon ab 15.000 Euro aufzubauen.

 Oder das Thema Whisky. Die Spirituose erfreut sich bei Sammlern schon längst großer Beliebtheit. Bestimmte Sorten und Jahrgänge unterliegen erheblichen Wertsteigerungen von teilweise bis zu 2000 Prozent und mehr. So ist der Rare Whisky Icon 100 Index, der die Wertentwicklung der 100 begehrtesten Sammler-Whiskys abbildet, seit Ende 2012 um mehr als 300 Prozent gestiegen.

 Zu den besonderen Sammlerwerten gehören auch Bücher und Instrumente. „Bei Kulturinvestments kommt es genauso wie bei anderen Anlagen darauf an, die richtigen Werte zu finden. Nicht jedes alte Buch oder Instrument ist ein gutes Investment. Aber wer das richtige Stück findet, wird auch als Investor damit erfolgreich sein“, sagt Christian Reister, der sich als Kulturinvestor auf historische Streichinstrumente spezialisiert hat. So hat beispielsweise die englische Erstauflage von J. K. Rowlings erstem Harry Potter-Band bei einer Auktion weit mehr als 100.000 Pfund erbracht, und die Erstausgabe von George Orwells „Animal Farm“ stieg innerhalb von 20 Jahren um 2500 Prozent.

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 Historische Streichinstrumente wiederum wecken als Vermögensanlage insbesondere das Interesse von Mäzenen und Stiftungen, die den Bereich der Kunst und Kultur für sich entdeckt haben, auch unter Gesichtspunkten der Kulturförderung. „Das knappe Angebot bei gleichzeitiger konstanter Nachfrage durch Sammler, Musiker und Investoren sorgt per se für hochpreisige Exklusivität. Wir sprechen von einem durchschnittlichen Wertzuwachs zwischen fünf bis acht Prozent im Jahr. Dazu kommt der kulturelle Aspekt, dass Investoren die Kulturlandschaft und die Entwicklung von Musikern fördern“, sagt Christian Reister.