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Mönchengladbach: Ende des Preisbooms für Häuser in Sicht

Schwerpunkt Immobilien in Mönchengladbach : Das Ende des Preisbooms für Häuser ist in Sicht

Über Jahre stiegen die Kosten für Eigenheime und Eigentumswohnungen in Mönchengladbach rasant an. Doch verschiedene Institute sehen das Ende gekommen. Was aktuell für Wohnungen und Häuser gefordert wird und was das für Hauseigentümer bedeutet.

Seit Jahren steigen die Preise für Eigentumswohnungen und Eigenheime auch in Mönchengladbach. Wer kaufen oder bauen will, musste immer mehr auf den Tisch legen. Inzwischen mehren sich aber die Anzeichen, dass der Immobilienboom zumindest in Mönchengladbach allmählich nachlässt. Dies hat eine Analyse des Hamburger Forschungsinstituts HWWI im Auftrag der Postbank ergeben. Demnach werden die Kaufpreise für Wohneigentum in Mönchengladbach bis zum Jahr 2035 real (also inflationsbereinigt) um 0,57 Prozent jährlich zurückgehen. Damit gehört Mönchengladbach laut der Analyse zur knappen Mehrheit der 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland, in denen der Preisboom nachlasse oder gar zu Ende sei, so die Forscher.

Das bedeutet auch für Käufer, die jetzt Kapital in eine Immobilie investieren wollen, dass der Wert der Eigentumswohnung oder des Hauses nicht mehr sonderlich zunehmen wird, wenn die Voraussage des HWWI zutrifft. Die Untersuchung basiert auf Faktoren wie Bevölkerungsveränderung, Kaufkraft, Zahl der Haushalte und Durchschnittseinkommen. Für Mönchengladbach erkennen die Forscher eine leicht sinkende Bevölkerungszahl um insgesamt 0,4 Prozent. Mönchengladbach wird älter, dadurch sinkt die Zahl der Personen im Erwerbsalter jährlich um 0,65 Prozent. Was noch schwerer wiegt: Das verfügbare Einkommen liegt derzeit bei 43.832 Euro im Jahr. Und das soll bis 2035 im Jahr um 0,6 Prozent sinken. Dadurch fallen auch die Wohnausgaben um 0,5 Prozent im Jahr, was letztlich auf die Preise drückt.

Nicht nur das HWWI sieht das Ende des Immobilienbooms jedenfalls abseits der großen Metropolen, wo weiter steigende Preise erwartet werden. Zuletzt legte auch das Insitut Empirica, auf dessen Daten sich auch die Stadt für ihren jährlichen Wohnungsmarktbericht beruft, eine neue Untersuchung vor, wodurch Empirica-Geschäftsführer  Rainer Braun zu dem Schluss kam: „Die Kaufpreisrallye könnte mit dem aktuellen Zinsanstieg enden.“ Aber: „Torschlusskäufe und drohende Inflation zögern das Ende derzeit noch hinaus.“

Für das erste Quartal dieses Jahres hat Empirica für Mönchengladbach aber auch noch gestiegene Angebotspreise beobachtet. Für ein Einfamilienhaus im Neubau wurden demnach 4529 Euro pro Quadratmeter fällig, was deutschlandweit Platz 107 aller Städte und Landkreise bedeutet. Für ein bestehendes Einfamilienhaus wurden 3516 Euro pro Quadratmeter verlangt, Platz 146 in Deutschland. Eine Eigentumswohnung kostete im ersten Quartal dieses Jahres 3543 Euro pro Quadratmeter (Platz 257) im Neubau und 2257 Euro (Platz 287) im Bestand.

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Wie groß allein der Preissprung im Jahr 2021 war, das zeigt eine Untersuchung der Bausparkasse LBS. Ein gebrauchtes Eigenheim wurde 2021 für 454.500 im Durchschnitt verkauft, das waren 5,1 Prozent mehr als im Jahr 2020. Das Reihenhaus kostete im Schnitt 365.000 Euro (plus 14,1 Prozent) und die gebrauchte Eigentumswohnung 2200 Euro je Quadratmeter (plus 18,7 Prozent). Auch die LBS bezieht sich auf Daten von Empirica.

Gerade Eigentumswohnungen haben in den vergangenen Jahren massiv zugelegt. Das hat auch schon die Stadt in ihrem Wohnungsmarktbericht festgestellt. „Bei Eigentumswohnungen haben die Preise in den vergangenen Jahren in Summe zwischen 20 und 30 Prozent angezogen. Das ist keine gesunde Entwicklung auf Dauer“, warnt Makler Norbert Bienen, der überdies Haus- und Wohnungseigentümern, die sich mit dem Gedanken tragen, ihren Grundbesitz zu verkaufen, rät: „Wir sind an dem Punkt angekommen, an dem man jemand, der sich von einer Immobilie trennen möchte, sagen kann: Wenn, dann jetzt. Wir haben einen klassischen Verkäufermarkt.“

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