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Immobilien: Solingen ist auf dem Weg zur Schlafstadt

Immobilien sind in der Klingenstadt gefragt : Solingen ist auf dem Weg zur Schlafstadt

Gegenüber den Rhein-Metropolen Köln oder der Landeshauptstadt Düsseldorf ist das Bauen in Solingen preislich noch relativ erschwinglich. Das ist gut für Pendler.

Der Wohnungsmarkt boomt. Grundstücke für Einfamilienhäuser finden ebenso reißenden Absatz wie die für Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Allein im vergangenen Jahr wurden Grundstücksflächen von 115,5 Hektar umgesetzt. Das ist gegenüber 2020 ein Anstieg von 23 Prozent.

Im Jahr 2021 wurden in Solingen 1424 Kaufverträge für bebaute und unbebaute Grundstücke, Wohnungs- und Teileigentum sowie Erbbaurechte beziehungsweise Erbbaurechtsgrundstücke mit einem Geldumsatz von 529,2 Millionen Euro abgeschlossen. In allen Teilmärkten zeigte sich ein deutlicher Preisanstieg.

 Wohnen, wo früher in der Zweiten Liga gekickt wurde: das Neubaugebiet am Stadion.
Wohnen, wo früher in der Zweiten Liga gekickt wurde: das Neubaugebiet am Stadion. Foto: Peter Meuter

Knapp die Hälfte aller Kaufverträge bezog sich im vergangenen Jahr auf den Teilmarkt Wohnungs- und Teileigentum. Die Preise der Bestandswohnungen sind im Durchschnitt um 20 Prozent gewachsen, heißt es im Grundstücksmarktbericht 2022. Der durchschnittliche Preis für neue Eigentumswohnungen liegt bei 3900 Euro je Quadratmeter – und somit sechs Prozent über dem Niveau des Jahres 2020. Keine Frage: Grundstücke und Wohnungen beziehungsweise Häuser sind eine begehrte Ware. Zumal Solingen gegenüber Metropolen wie Köln oder Düsseldorf preislich noch punkten kann.

1424 Kaufverträge mit 1573 Kauffällen hat der Gutachterausschuss der Stadt 2021 genau unter die Lupe genommen. Dabei wurde festgestellt, dass 40 Prozent der Käufer zum Zeitpunkt der Beurkundung des Kaufvertrages ihren Wohnsitz außerhalb von Solingen haben. Hauptsächlich im Raum Düsseldorf und Köln. aber auch aus dem Raum Wuppertal, selbst aus dem Ruhrgebiet. Solingen entwickelt sich somit immer mehr zur Schlafstadt.

Große Bauprojekte, insbesondere im Stadtteil Ohligs, schossen dafür in der jüngsten Vergangenheit sprichwörtlich wie die Pilze aus dem Boden. Dort, wo einst Union Solingen im Stadion am Hermann-Löns-Weg einmal Zweitliga-Fußball gespielt hat, stehen jetzt 62 Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser, Weitere 45 Eigentumswohnungen in sechs Mehrfamilienhäusern wurden gebaut. Ende dieses Jahres soll das Projekt unter dem Namen „Heimspiel“ abgeschlossen sein.

Die Vermarktung des neuen Wohnquartiers mit den Straßennamen Am Stadion, Blaupfeilweg und Glockenheide nahe der Ohligser Heide gestaltete sich zügig. Denn die Infrastruktur mit der günstig gelegenen S-Bahn-Station Vogelpark und dem fußläufig zu erreichenden Solinger Hauptbahnhof sprechen für sich. Auch mit dem Auto ist man relativschnell in Köln oder in der Landeshauptstadt Düsseldorf, wenn man dort seinen Arbeitsplatz ansteuern will.

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Was aber die Käufer darüber hinaus beeindruckte, waren die Preise. Diese lagen für Reihenhäuser bei unter 400.000 Euro. Doppelhaushälften kosteten zwischen 420.000 und 450.000 Euro, die freistehenden Einfamilienhäuser mit einer Wohnfläche von 162 Quadratmetern schlagen mit über 500.000 Euro zu Buche. Die „Heimspiel“-Preise kann man gegenüber Immobilien in Düsseldorf oder Köln als preiswert bezeichnen.

Was den schnellen und großen Zuspruch dieses von der BPD Immobilienentwicklung gestalteten Projektes erklärt. Nicht weit entfernt von der Stadion-Bebauung, auf dem Ohligser Marktplatz, entstehen derzeit insgesamt 308 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Olbo-Textilfabrik. Eigentumswohnungen ebenso wie Mietwohnungen. Projektentwickler ist Kondor Wessels, alle Wohnungen sind bereits verkauft. Unter anderem haben die Stadt-Sparkasse Solingen und die Süddeutsche Krankenversicherung Wohnungen erworben und vermieten sie nun.

Auch hier hat man beispielsweise Mieter aus der Rheinschiene im Blick. Zumal Ohligs eine sehr attraktive Innenstadt hat und gute Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr. Der Hauptbahnhof ist vom Markt in weniger als fünf Minuten zu erreichen.

Aber auch andere Bauträger, wie beispielsweise der Spar- und Bauverein Solingen, sorgen für den Bau neuer Wohnungen. Kondor Wessels will unter dem Projektnamen „Greeen“ im Stadtteil Wald in Kürze mit dem Bau von weiteren 167 Wohnungen starten. Auch in der Solinger Innenstadt ist ein urbanes Quartier auch mit Wohnungen auf dem Gelände der früheren Firma Kieserling & Albrecht vorgesehen.

Mit dazu beigetragen und Voraussetzungen geschaffen hat bei der Offensive des Wohnungsbaus in Solingen das 2019 vom Stadtrat verabschiedete Handlungskonzept Wohnen. Ziel ist es hier, jedes Jahr rund 220 bis 250 Wohneinheiten zu schaffen.