Kolumne Wenn der Akku Feuer fängt

Die Gefahr wird oft unterschätzt: Immer wieder gehen Akkus in Flammen auf und setzen damit eine ganze Wohnung oder ein Haus in Brand. Die passende Versicherung kann dann Gold wert sein.

 Mathias Scheuber ist Vorstandsvorsitzender der ERGO Versicherung AG.

Mathias Scheuber ist Vorstandsvorsitzender der ERGO Versicherung AG.

Foto: Ergo

Nach zwei Stunden rückte die Düsseldorfer Feuerwehr am 12. April wieder ab: Im Büroraum eines Hotels hatte sich ein Akkupack entzündet. Kein Einzelfall: Am 5. Oktober gingen in der Uniklinik in Düsseldorf Akkus in Flammen auf, im vergangenen Jahr traf es zudem Scooter-Akkus in einer Lagerhalle in Hellerhof und zuvor das Busdepot der Rheinbahn durch den Brand eines E-Bus-Akkus. Die neue E-Mobilität mit ihren Pedelecs, E-Scootern und E-Autos bringt eine neue Brandgefahr: sich selbst entzündende Akkus. „Schuld“ sind die Lithium-Ionen-Batterien. Um sie schnell zu laden, muss viel Strom in kürzester Zeit in die Akkus – und die Gefahr einer Überhitzung ist groß. Vor allem, wenn die Ladepunkte – wie Wallboxen für E-Autos – falsch gehandhabt werden oder laienhaft eingebaut sind. Gerät eine an der Hauswand oder an den Carport montierte Wallbox samt Auto in Brand, kann über die Fassadendämmung das ganze Haus abbrennen. Dann ist die Wohngebäude- und Hausratversicherung gefragt. Hier gilt: Die Ladestation zählt als Gebäude- bzw. Grundstücksbestandteil, wenn sie mit dem Haus, Grund und Boden fest verbunden ist. Auch Schäden an und durch freistehende Ladestationen im Garten fallen daher unter die Gebäudeversicherung. Die im Vertrag eingeschlossenen Gefahren Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Elementarschäden gelten auch für Stromtankstellen. Auf der sicheren Seite bleiben Immobilienbesitzer, wenn sie ihre Ladestationen durch Fachbetriebe installieren lassen, weil unsachgemäßer Einbau schnell zur persönlichen

Katastrophe werden kann.

Mathias Scheuber

Der Autor ist Vorstandsvorsitzender der ERGO Versicherung AG.

(rps)