Kolumne : Nur gute Architektur ist auch nachhaltig

Das Thema Nachhaltigkeit und Schonung unserer endlichen Ressourcen bestimmt zunehmend auch die Diskussion in der Immobilienwirtschaft.

 Der Fokus liegt dabei allzu oft allein auf Stichworten wie Energie-Effizienz oder Wärmedämmung. Das ist gewiss wichtig und unverzichtbar – aber verstellt häufig zugleich den Blick darauf, was nachhaltige Architektur tatsächlich ausmacht. Denn Nachhaltigkeit bedeutet zuerst und vor allem, etwas zu bauen, das bleibt. Und es ist kein Zufall, dass die Altbauten der Gründerzeit nach wie vor so beliebt sind. In ihrer klassischen Formensprache haben sie alle schnellen Moden überdauert. Man denke nur etwa an die Bausünden der 80er-Jahre, die schon heute vielfach dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Was aber bleibt, ist eine Architektur, die zum Aufenthalt einlädt, sind menschengerechte Gebäude, in denen man sich aufgehoben fühlt, Bauwerke, die im Wortsinn Gemeinschaft verkörpern. Das fängt mit der Fassade an, zeigt sich im Schnitt der Grundrisse und im Rückgriff auf unsere bewährten Handwerkstraditionen. Zeitlose klassische Architektur also, verbunden mit den modernsten Ansprüchen an Komfort und Qualität. Das allein spart langfristig Ressourcen – und behält seinen Wert über den Tag hinaus. Stein-gewordene Nachhaltigkeit also, an der man sich nicht nach wenigen Jahren wieder sattsieht, sondern die vielen Generationen ein attraktives Zuhause bietet. Vielleicht denken Sie bei Ihrem nächsten Projekt auch an diese Aspekte. Ich bin sicher: Nicht nur Ihre Nachkommen, auch die Umwelt wird es Ihnen danken!

Dr. Axel Martin Schmitz

Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter der Ralf Schmitz GmbH.