Kolumne : Preise auf Rekordniveau

Verzögerungen, überbordende Projektlaufzeiten, Liquiditätsverlust: Bauträger und Gewerke sehen sich durch Baustoffengpässe mit extremen Herausforderungen konfrontiert. Krisen, Abhängigkeiten und Fallstricke der Globalisierung haben diese Entwicklung noch verschärft.

Preise und Zeitspannen werden für den Bau so nahezu unkalkulierbar. Der Baustoffmangel zwingt eine ganze Branche in den Stillstand – wie auch die betroffenen Käufer und Gemeinden. Was hilft?

Projektentwickler, Gewerke, Politik und Käufer müssen zusammenarbeiten und sich den Herausforderungen gemeinsam stellen. Preisgleitklauseln und Nachjustierung von Projektlaufzeiten können bei Lieferschwierigkeiten für Entzerrung sorgen. Eine weitere Möglichkeit bietet die Erschließung von Materialalternativen. Carbonbeton, ein Verbundwerkstoff aus Beton und korrosionsbeständigen Kohlenstofffasern, verspricht Rohstoffersparnisse und eine längere Lebensdauer als Stahlbeton. Auch der Holzbau erfährt eine Renaissance: Von Modularität bis Hochbau wird der traditionelle Werkstoff zukunftsweisend. Hier kann die Politik mit Förderungen und flexibleren Baugenehmigungen unterstützen. Als Gegenpol zu Problemen des globalen Handels wirkt zudem die Rückbesinnung. Wer kann, ordert Baumaterial schon mit Vertragsabschluss – bei zuverlässigen Lieferanten. Und auf Rat des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe setzen Betriebe und Bauträger verstärkt auf Baustoffe aus dem heimischen Markt. Das sorgt für mehr Unabhängigkeit – und schont Klima und Umwelt.

Dr. Axel Martin Schmitz

Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter der Ralf Schmitz GmbH.