AG München 123 C 3000/03 Auto-Standheizung darf Nachbarn nicht wecken

München · Bei winterlicher Kälte zählt eine Standheizung zu gefragtem Kfz-Zubehör. Ebenso wie das morgendliche Warmlaufenlassen eines Autos aus Umweltgründen nicht erlaubt ist, so darf auch der Betrieb einer Standheizung die Nachbarn nicht um ihren Schlaf bringen. Das befand das Amtsgericht München .

Im strittigen Fall hatte ein Handwerker drei- bis viermal in der Woche morgens zwischen 5.45 und 7.15 Uhr die Standheizung seines Lieferwagens eingeschaltet. Da der Wagen immer direkt vor dem Schlafzimmer von Nachbarn stand, waren die laut "PS Report" (Heft 07/05) davon alles andere als angetan. "Wir können nicht mehr richtig schlafen - so geht das nicht weiter", klagten sie.

Ein Sachverständiger ermittelte, dass die Standheizung "technisch in Ordnung" und vor dem Schlafzimmer mit etwa 40 Dezibel zu hören sei. Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung dürfe eine Standheizung in sieben Meter Entfernung sogar mit 65 Dezibel arbeiten, sagte er.

Nach Ansicht der Richter sind aber 40 Dezibel vor einem Schlafzimmer immer noch zu viel. "Die Lärmbelästigung ist erheblich und damit nicht mehr zu tolerieren", urteilten sie. Dabei berücksichtigte das Gericht insbesondere, dass der Malermeister sein Fahrzeug in einem reinen Wohngebiet abstellte, wie Rechtsanwalt Dietmar Breer von der Deutschen Anwaltshotline hervorhob. Dort aber sei "nachts Lärm von mehr als 35 Dezibel nicht zulässig". Laut Urteil darf der Handwerker die Auto-Standheizung nun morgens nur noch in Betrieb nehmen, wenn sein Lieferwagen mindestens 30 Meter von der Wohnung der Nachbarn entfernt steht.

AG München - Az.: 123 C 3000/03

(RPO)
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