Wohnmobil und Caravan - wichtige Pflegetipps vor der großen Fahrt

Fit für die große Fahrt des Jahres: Wichtige Pflegetipps rund um Wohnmobil und Caravan

Fehlt die Kabeltrommel, ist das auf dem Campingplatz ärgerlich, aber ein lösbares Problem. Sind aber Fensterdichtungen porös, der Gasherd kaputt oder gar die HU abgelaufen, ist das folgenreicher. Tipps für einen erfolgreichen Saisonstart mit dem Reisemobil.

Ein Wohnmobil müssen Besitzer bereits einige Wochen vor dem Start in den Urlaub fit machen. Sonst treten schnell unerwartete Probleme auf. Der Caravaning Industrie Verband, der ADAC sowie Experten weiterer Organisationen geben die wichtigsten Tipps für den Start in die Reisemobil- und Caravansaison.

Neben der großen Putzaktion gibt es Grundsätzliches zu beachten - wie bei jedem Pkw. So müssen Scheinwerfer, Brems- und Rückleuchten sowie Blinker geprüft werden. Stimmen die Füllstände von Bremsflüssigkeit, Kühlmittel, Öl und Wischwasser? Tut es die Fußbremse noch, ist die Feststellbremse einsatzbereit? Bei Wohnanhängern müssen vor allem Auflaufbremse und Seilzüge den Check bestehen.

Hat das Fahrzeug längere Zeit gestanden, sollten auch die Reifen inklusive Ersatzrad einen Check durchlaufen. Im Idealfall haben sie nur Luft gelassen, schlimmer sind Standplatten. Stimmt die Profiltiefe noch? Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter. Fachleute empfehlen bei Sommerreifen 3 Millimeter.

Reifen können laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk bei Reisemobilen aufgrund längerer Standzeiten schneller altern. Nach sechs Jahren kann die Gummimischung so weit ausgehärtet sein, dass sich dies negativ auf den Bremsweg auswirkt. Im Zweifel hilft ein Fachhändler weiter. Auch die Batterie sollte gecheckt werden: Ist die Spannung niedrig? Bitte laden.

„Von oben nach unten“

Geht es ans große Saubermachen, folgt man dem Prinzip „von oben nach unten“, sagt Markus Herrmann vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung. Auch wenn manches Reisemobil groß ist: Spezielle Lkw-Waschstraßen meiden Wohnmobilisten aufgrund der dort verwendeten groben und sehr schnell rotierenden Bürsten sowie scharfen Reinigungsmittel besser.

Handarbeit ist angesagt. Dabei ist der Dampfstrahler für die Vorwäsche erlaubt. Vorsicht bei den Lüftungsschlitzen des Kühlschranks oder den Fensterdichtungen, die sollten nicht den vollen Strahl abbekommen. Grundsätzlich erste Wahl sind milde Reinigungsmittel sowie weiche Schwämme oder Mikrofasertücher. Das schützt sowohl empfindliche Beklebungen als auch Acrylglasfenster, denen alkoholhaltige Glasreiniger schaden.

Hat das Mobil lange draußen gestanden, säubern es Camper besonders gründlich und achten auf etwaige Feuchtigkeitsschäden im Aufbau und auf Schäden bei Dichtungen und Dichtfugen. Moos lässt sich vorsichtig mit Zahnbürsten und Spüli oder speziellem Autoshampoo entfernen, sagt Herrmann. Anschließend kann man Dichtungen mit speziellen Pflegemitteln aus dem Fachhandel für längere Haltbarkeit wie Talkum oder glycerinhaltige Präparate pflegen.

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Mit dem Staubsauger befreien Camper innen zunächst Boden, Ritzen, Fächer, Polster und Flächen von Sandkörnern vorangegangener Trips und wischen Staub. Bitte Vorsicht mit Wasser im Innenraum. Denn werden Polster und Textilien zu feucht, begünstigt das Schimmel und Muff. Tipp: Beim Putzen die Fenster und Türen öffnen, damit alles schnell durchlüftet und trocknet.

Wie zu Hause eignen sich für die Toilette gängige Reiniger und für Kalkablagerungen in der Nasszelle oder am Wasserhahn in der Kochzeile normale Essigreiniger. Flecken auf den Polstern bearbeitet man mit Allzweckreiniger und Schwamm oder speziellen Reinigungsschäumen. Bei Kunststoffteilen kann oft auf teure Spezialreiniger zugunsten einfacher Seifenlauge verzichtet werden.

Reinigungsmitteln gegen Bakterien und Algenbildung

Dann geht's ans Eingemachte, denn es gibt eine Menge Spezialeinrichtungen an Bord von Reisemobilen: Schon nach dem letzten Urlaub sollte die Wasseranlage gut gesäubert worden sein. Doch auch vor dem nächsten Trip gehört sie nochmals ordentlich durchgespült und mit Reinigungsmitteln aus dem Fachhandel gegen Bakterien und Algenbildung desinfiziert. Erst kurz vor der Fahrt werden die Tanks aufgefüllt. Es empfiehlt sich auch die regelmäßige Entkalkung. Funktionieren auch alle Wasserhähne?

Um nicht von saurer Milch oder lauwarmem Bier überrascht zu werden, gilt es, den Kühlschrank zu prüfen. Die Lüftungsgitter befreit man regelmäßig von Staub und Ablagerungen, um Funktionsschäden vorzubeugen. Tut es auch die Gasanlage noch? Dazu schließt man die Gasflasche wieder an und überprüft alle Gasverbraucher wie Kocher, Heizung und Warmwasserboiler auf Funktion. Größere Modelle haben oft noch eine Ersatzflasche an Bord, die gegebenenfalls auf ihren Füllstand überprüft werden sollte.

Um gar nicht erst unangenehme Gerüche aufkommen zu lassen, sollte es die Schiebedichtung zwischen Toilettenschüssel und Kassette noch tun. Die Kassette selbst ist hoffentlich schon längst mit Spezialmitteln gereinigt worden. Schließlich gehört noch der Vorrat an möglichst umweltfreundlichen Toilettenzusätzen aufgefüllt. Auch von der Einsatzbereitschaft der elektrischen Verbraucher kann man sich überzeugen - vom Fernseher inklusive Sat-Anlage über der Innenraumbeleuchtung bis zur Wasserpumpe oder der Rückfahrkamera.

Zwei wichtige Termine müssen Wohnmobilisten auf dem Zettel haben: die Kfz-Hauptuntersuchung und die Gasprüfung. Fahrzeuge der beliebten Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen, für die der normale Pkw-Führerschein genügt, müssen alle zwei Jahre „zum Tüv“. Läuft die Frist im Urlaub ab, wäre das unpraktisch, und es drohen Bußgelder. Die offizielle Prüfung von Gastanks, -dichtungen und -schläuchen wird ebenfalls alle zwei Jahre fällig.

Vor dem Start verabschiedet man sich noch von überflüssigem Ballast an Bord. Dabei lässt sich auch gleich die Standardausrüstung überprüfen: Denn einen langen Wasserschlauch nebst verschiedener Anschlussadapter, Kabeltrommel, Auffahrkeile, Campingmöbel, Vorzelt oder Bettwäsche kann man vor Ort mehr als gut gebrauchen.

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(csr/dpa)