Wann muss man von Sommerreifen auf Winterreifen wechseln?

Bodenfrost in der Nacht: Wann muss man eigentlich Winterreifen aufziehen?

Tagsüber rund 20 Grad, nachts aber gerade mal ein Grad - die krassen Temperaturschwankungen verunsichern viele Autofahrer. Sind jetzt schon die Winterreifen dran?

Es reicht ein leichtes Hemd, wenn man nachmittags aus dem Haus geht. Nachts dagegen ist ohne dicke Jacke nichts zu machen. Das zeigt, mit dem September hat auch der Herbst begonnen. Für Autofahrer ist der Jahreszeitenwechsel meistens Anlass in irgendeiner Form aktiv zu werden. Ist das jetzt auch so?

„Die Faustregel ist von O bis O“, sagt Katharina Luca, Sprecherin beim ADAC. „Das heißt von Oktober bis Ostern gehören Winterreifen auf das Auto.“ Beeilen müsse man sich damit aber noch nicht. „Meteorologen sprechen zwar vom Bodenfrost, aber so lange es kein Glatteis, Schneematsch, keine Reifglätte oder Schneeglätte auf der Straße gibt, gibt es auch keinen Anlass zur Sorge.“

Am besten ist jedoch rechtzeitige Vorsorge. Denn die plötzlichen heftigen Schneefälle im vergangen Jahr haben gezeigt, wie unbeständig die Wetterverhältnisse sein können. „Deshalb raten wir dazu, dass Auto jetzt schon winterfest zu machen“, sagt Luca.

Autobesitzer sollten dafür folgende Checkliste abarbeiten:

  • Die Beleuchtung am Fahrzeug prüfen, weil es früher dunkel wird und häufiger Nebel auf der Straße auftritt.
  • Frostschutzmittel in die Scheibenwischanlage und in die Kühlung geben.
  • Eiskratzer und Besen ins Auto legen, um Schnee und Eis entfernen zu können.
  • Eventuell einen Türschlossenteiser in die Handtasche oder in die Wohnung legen (nicht ins Auto!).
  • Die Gummis am Kofferraum einfetten, damit sie nicht einfrieren.
  • Nebel, Laub & Co: Herbstgefahren für Autofahrer
  • Fensterscheiben von innen und von außen reinigen, weil Schlieren die Sicht im Winter zusätzlich verschlechtern.

Warum überhaupt Winterreifen?

Bei niedrigeren Temperaturen kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren. Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet sich bei sehr niedrigen Plusgraden, wodurch sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren kann. Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen.

Sie heißen daher Matsch-und-Schnee-Reifen (M+S-Reifen). Für alle Winterreifen, die ab Januar 2018 hergestellt worden sind, ist zudem das "Alpine"-Symbol Pflicht, das aus einem dreigezackten Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke in der Mitte besteht. Das bisherige M+S-Zeichen reicht dann für neu produzierte Winterreifen nicht mehr aus. Dem ADAC zufolge erfüllen aber übergangsweise bis zum Herbst 2024 auch bereits hergestellte Reifen mit M+S-Kennzeichnung noch die Winterreifenpflicht - Verbraucher müssen ihre bereits vorhandenen Winterreifen also nicht sofort ersetzen.

Welche Geldbuße fällt an, wenn man die Reifen nicht rechtzeitig wechselt?

Erwischt die Polizei einen Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen, sind 60 Euro fällig. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Mit 80 Euro und ebenfalls einem Punkt in der Verkehrssünderdatei müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und andere behindern - etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben. Bei einer Gefährdung von anderen steigt das Bußgeld auf 100 Euro.

Und was ist mit Alljahresreifen?

Ganzjahresreifen sind vor allem für Klein- und Kompaktwagen mit relativ geringer Motorisierung und niedrigen Kilometerlaufleistungen empfehlenswert. Allerdings eignen sie sich nur für Fahrer, die keinen Ski- oder Sommerurlaub im Süden planen. Bei extremen Wetterbedingungen sind echte Winter- beziehungsweise Sommerreifen immer die bessere Wahl, so der ADAC.

Mit Material von dpa und AFP.

Hier geht es zur Infostrecke: ADAC-Winterreifentest 2018 - Gewinner und Verlierer