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Verbraucherzentrale: Vorsicht vor Abofallen mit Routenplanern

Verbraucherzentrale : Vorsicht vor Abofallen mit Routenplanern

Derzeit versuchen einige Seiten mit Routenplanern, Nutzer in eine Abofalle zu locken. Es drohen Rechnungen von bis zu 500 Euro. Die Verbraucherzentrale warnt vor der Masche. Was man dazu wissen muss.

Um eine Route zu planen, sollen sich Nutzer bei der Masche vorher mit einer E-Mail-Adresse registrieren. Dabei können sie die Nutzungsbedingungen aber nicht lesen. Zum Teil verlocke auch ein Gewinnspiel dazu, den Planer zu nutzen.

Es folgen horrende Rechnungen von bis zu 500 Euro wegen eines angeblich abgeschlossenen Abos. Die Summe soll mit Amazon-Gutscheinen beglichen werden. Als Beispiele werden "routenprofi.net", "maps-routenplaner.com" oder "maps-routenplaner-24.net" genannt.

Nutzer, die auf die Masche hereingefallen sind, sollen keinesfalls bezahlen. Die Verbraucherzentralen bieten für Betroffene Hilfe und einen Musterbrief für ein Widerrufsschreiben an.

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Die Seiten befinden sich teilweise bei Suchmaschinen relativ weit oben, damit sie oft geklickt werden. Bei "Bing" schalten die Betreiber Anzeigen, damit ihre Seiten über den regulären Suchergebnissen erscheinen. Wer den Routenplaner nutzen will, muss sich vorher mit seiner E-Mail-Adresse registrieren.

Daraufhin erhalten die Nutzer eine E-Mail mit einer hohen Rechnung, die über Amazon-Gutscheine beglichen werden soll. Die Firmen sind nicht im Handelsregister eingetragen, weswegen es für die Behörden schwierig ist, die Betreiber nachzuverfolgen.

Die betroffenen Seiten sehen im Vergleich zu seriösen Routenplanern recht altbacken aus - mit großen, unterstrichenen Überschriften und unprofessioneller Bildgestaltung.

Hinzu kommt, dass die Routenberechnung mit einem Gewinnspiel verbunden wird. Dabei wird beispielsweise die Verlosung einer Reise oder eines Navigationsgeräts behauptet.

In den Nutzungsbedingungen wird darauf hingewiesen, dass eine Mitgliedschaft über 24 Monate 500 Euro kostet und der Betrag im Voraus beglichen werden soll. Bei manchen der Routenplaner wird bei der Registrierung außerdem ein Button mit der Aufschrift "Kostenpflichtig bestellen!" angezeigt.

Nach Angaben des LKA Niedersachsen besteht keine Zahlungsverpflichtung - sogar, wenn der Betreiber der Seite droht, ein Inkassounternehmen zu beauftragen.

Auch Susanne Baumer, Teamleitung Marktwächter Digitale Welt in der Verbraucherzentrale Bayern, erklärt: "Da kein wirksamer Vertrag vorliegt, sollten sich Betroffene von Rechnungen und Mahnungen nicht einschüchtern lassen und den verlangten Betrag nicht zahlen".

Die Verbraucherzentralen böten dazu Hilfe und einen Musterbrief für ein Widerrufschreiben an.

Seriöse Routenplaner gibt es von verschiedenen Anbietern, zum Beispiel vom Karten-Anbieter Falk, Reifenhersteller Michelin, dem ADAC und der Suchmaschine Google. Sie alle sind kostenlos und teilweise auch als Smartphone-App verfügbar.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Was Autofahrer wissen wollen

(csr/dpa)