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Tanken in NRW: Billig tanken statt hohe Spritpreise - So nutzen Sie den NRW-Vorteil

Hohe Spritpreise : So nutzen Sie den NRW-Vorteil beim Tanken

Der Griff zur Zapfsäule wird immer teurer, obwohl Rohöl wieder etwas günstiger wurde. Im Monatsvergleich nehmen die Tankstellen so viel Geld ein wie nie seit 2014. Genau vergleichen lautet der Tipp, auch regional gibt es Unterschiede.

Zu den unangenehmen Pflichtaufgaben für jeden Autobesitzer gehört in diesen Tagen sicher der über kurz oder lang unvermeidliche Besuch an einer Tankstelle. Obwohl die Rohölpreise wieder leicht abgerutscht sind, kostet der Liter Super E10 aktuell 1,560 Euro, das sind 0,7 Cent mehr als vor Wochenfrist. Das ist längst nicht alles: Im Juli lagen die Spritpreise im Monatsvergleich so hoch wie seit sieben Jahren nicht mehr, weil die Nachfrage so hoch ist. Eine Tankfüllung von 50 Litern Super kostete im Juli dieses Jahres laut ADAC im Bundesdurchschnitt 77,35 Euro. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren hätte man dieselbe Menge für 65 Euro erhalten. Und bei Diesel kostet ein Liter 1,389 Euro, was bei 50 Litern eine Rechnung von 69,40 Euro bedeutet, 2017 gab es die gleiche Menge für 60 Euro. „Das ist schon ein Trend zuungunsten der Autofahrer“, sagt Andreas Hölzel vom ADAC. „Ihnen ist zu raten, gezielt die günstigste Tankstelle zum schlauesten Termin anzufahren.“ Wir erklären, worauf Autofahrer achten müssen.

Vergleichen Auf Apps wie Clever Tanken oder ADAC Spritpreise sowie auf den dazugehörigen Internetseiten können Bürger kostenfrei die aktuellen Preise von Tankstellen in der Nähe vergleichen. Alle Tankstellen müssen Preisänderungen an die 2013 gegründete Markttransparenzstelle des Bundeskartellamtes geben, die die Daten zur Verfügung stellt.

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Bei genauem Hinsehen sind die Unterschiede verblüffend: Gibt man etwa Düsseldorf-Heerdt als Standort ein, so war am Mittwoch um 13 Uhr im Umkreis von fünf Kilometern eine Star-Tankstelle mit dem Preis von 1,569 Euro für einen Liter Super (E10) am günstigsten. Gab man dagegen 20 Kilometer als Suchradius ein, zeigte das Display ein Angebot in Solingen für 1,509 Euro sowie Offerten für 1,519 Euro in Duisburg und Krefeld. Aral an der Pariser Straße in Düsseldorf kam dagegen auf happige 1,689 Euro pro Liter.

Markenwahl Dass freie Tankstellen oft besonders günstig sind, ist bekannt. Eine ein Jahr alte ADAC-Untersuchung zeigt, dass unter den großen Ketten Jet im Schnitt rund sechs Cent pro Liter günstiger ist als Shell und Aral, Total war drei Cent teurer als Jet, Esso knapp fünf Cent.

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Optimale Uhrzeit Alle Tankstellen starten mit hohen Preisen in den Morgen, die sie zum Abend hin im Wettbewerb untereinander langsam senken. Tanken sei in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr und zwischen 20 und 21 Uhr am günstigsten, so der ADAC. Nach 21 Uhr wird es teurer, weil viele Tankstellen geschlossen sind, der Wettbewerb schwächt sich ab. Den Trend bestätigt das Kartellamt: Im Bundesdurchschnitt kostet ein Liter Super E5 um 8 Uhr früh rund zehn Cent mehr als um 18 Uhr, so die Behörde.

NRW-Vorteil nutzen Laut Bundeskartellamt tobt in fast ganz NRW der Preiswettbewerb an der Zapfsäule härter als in manchen sehr ländlich geprägten Regionen in Bayern oder Norddeutschland. Der Grund ist, dass es wegen der meist etwas dichteren Besiedlung für viele Bürger mehr Auswahl gibt. Dies führt zwar nicht zu grundsätzlich günstigeren Preisen, aber mehr Schwankungen. An mehr als jeder zweiten Tankstelle in den meisten Gebieten von NRW schwankt der Preis von Super E5 beispielsweise um mehr als 15 Cent am Tag, so das Kartellamt. Dabei gibt es trotzdem immer wieder regionale Eigenheiten: Die Region Moers/Duisburg zeigte am Mittwoch deutlich günstigere Preise als das Umfeld von Düsseldorf mit einem mehrfach angebotenen Preis von 1,479 Euro für einen Liter Super am Mittag. In Bonn gab es mittags um 14 Uhr an einigen Tankstellen Diesel für 1,299 Euro pro Liter.

Es muss allerdings eine Einschränkung zum NRW-Bonus gemacht werden: Natürlich gibt es am Niederrhein auch einige Gebiete, in denen die Natur zwar wunderschön ist, aber die Tankstellendichte auch niedrig. Dort hat der Bürger weniger Auswahl bei den Tankstellen.

Tanken vor dem Urlaub Urlauber aus NRW sind in der Regel gut beraten, den Tank vor der Abreise zu füllen, weil viele Nachbarländer teurer sind. In den Niederlanden kostet ein Liter Diesel laut ADAC inzwischen rund zehn Cent mehr als hierzulande, ein Liter Super rund drei Cent mehr. Auch in Italien sind die Tarife im Schnitt höher als in Deutschland, in der Schweiz auch. Die Preise in den Nachbarländern erklären auch einige regionale Besonderheiten in Deutschland: An der Grenze zur Schweiz ist es ungewöhnlich teuer, weil die Eidgenossen fast jeden Preis zahlen, Diesel an den östlichen Grenzen muss billig sein, damit die Deutschen nicht nach Polen oder Tschechien ausweichen.

Nicht auf Autobahnen tanken Der ADAC und das Bundeskartellamt weisen darauf hin, dass das Tanken auf Autobahnen grundsätzlich viel teurer ist als in Städten und auf Landstraßen. So forderte eine Agip-Tankstelle an der A52 am Mittwoch rund 30 Cent mehr pro Liter als günstige Angebote in den Städten; das Bundeskartellamt geht von einem Aufschlag auf Autobahnen von rund 25 Cent in den meisten Fällen aus, oft aber auch viel mehr.