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Tanken in NRW: Billig tanken statt hohe Spritpreise - mit diesen Tricks sparen

Hohe Spritpreise wegen Ukraine-Krieg : Mit diesen Tricks sparen Sie beim Tanken

Der Griff zur Zapfsäule wird nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine immer teurer. Noch nie war der Spritpreis so hoch wie gerade. Genau vergleichen lautet der Tipp, auch regional gibt es Unterschiede.

Zu den unangenehmen Pflichtaufgaben für jeden Autobesitzer gehört in diesen Tagen sicher der über kurz oder lang unvermeidliche Besuch an einer Tankstelle. Durch den Krieg in der Ukraine ist der Spritpreis auf ein Rekordniveau gestiegen. Wie der ADAC mitteilte, machten Benzin und Diesel in drei Tagen einen Preissprung von über fünf Cent je Liter.

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Laut der ADAC-Spritvergleichs-App mussten Autofahrer am Mittwoch für einen Liter Super E5 im Düsseldorfer Bereich (Stand 10.30 Uhr) teilweise bis zu 2,149 Euro zahlen. Deutlich mehr als am vergangenen Mittwoch, dort lag der Preis noch bei rund 1,909 Euro. Diesel kostet aktuell ebenfalls 2,149 Euro.

Entspannung ist nicht in Sicht: Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent sei aktuell auf über 100 US-Dollar gestiegen, rund vier Dollar höher als am vergangenen Dienstag. „Für die Spritpreise extrem belastend wirkt sich die Rohstoffabhängigkeit von Russland aus“, erklärte der ADAC. Deutschland habe im vergangenen Jahr gut ein Drittel seines Rohöls aus Russland importiert.

Eine Tankfüllung von 50 Litern Super kostete im März dieses Jahres laut unserer Berechnung bei einem Literpreis von 2,15 Euro pro Liter 107,50 Euro. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren hätte man dieselbe Menge für 65 Euro erhalten. Wir erklären, worauf Autofahrer achten müssen.

Hier geht es zum ADAC-Spritvergleich

Vergleichen Auf Apps wie Clever Tanken oder ADAC Spritpreise sowie auf den dazugehörigen Internetseiten können Bürger kostenfrei die aktuellen Preise von Tankstellen in der Nähe vergleichen. Alle Tankstellen müssen Preisänderungen an die 2013 gegründete Markttransparenzstelle des Bundeskartellamtes geben, die die Daten zur Verfügung stellt.

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Bei genauem Hinsehen sind die Unterschiede verblüffend: Gibt man etwa Düsseldorf-Heerdt als Standort ein, so war am Mittwoch im Umkreis von fünf Kilometern eine bft-Tankstelle mit dem Preis von 2,049 Euro für einen Liter Super (E10) am günstigsten. Gab man dagegen 20 Kilometer als Suchradius ein, zeigte das Display ein Angebot in Monheim mit 1,979 Euro für einen Liter Super an, in Langenfeld lag der Literpreis bei 1,989 Euro.

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Markenwahl Dass freie Tankstellen oft besonders günstig sind, ist bekannt. Eine ein Jahr alte ADAC-Untersuchung zeigt, dass unter den großen Ketten Jet im Schnitt rund sechs Cent pro Liter günstiger ist als Shell und Aral, Total war drei Cent teurer als Jet, Esso knapp fünf Cent.

Optimale Uhrzeit Alle Tankstellen starten mit hohen Preisen in den Morgen, die sie zum Abend hin im Wettbewerb untereinander langsam senken. Tanken sei in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr und zwischen 20 und 21 Uhr am günstigsten, so der ADAC. Nach 21 Uhr wird es teurer, weil viele Tankstellen geschlossen sind, der Wettbewerb schwächt sich ab. Den Trend bestätigt das Kartellamt: Im Bundesdurchschnitt kostet ein Liter Super E5 um 8 Uhr früh rund zehn Cent mehr als um 18 Uhr, so die Behörde.

NRW-Vorteil nutzen Laut Bundeskartellamt tobt in fast ganz NRW der Preiswettbewerb an der Zapfsäule härter als in manchen sehr ländlich geprägten Regionen in Bayern oder Norddeutschland. Der Grund ist, dass es wegen der meist etwas dichteren Besiedlung für viele Bürger mehr Auswahl gibt. Dies führt zwar nicht zu grundsätzlich günstigeren Preisen, aber mehr Schwankungen. An mehr als jeder zweiten Tankstelle in den meisten Gebieten von NRW schwankt der Preis von Super E5 beispielsweise um mehr als 15 Cent am Tag, so das Kartellamt.

Es muss allerdings eine Einschränkung zum NRW-Bonus gemacht werden: Natürlich gibt es am Niederrhein auch einige Gebiete, in denen die Natur zwar wunderschön ist, aber die Tankstellendichte auch niedrig. Dort hat der Bürger weniger Auswahl bei den Tankstellen.

Tanken vor dem Urlaub Urlauber aus NRW sind in der Regel gut beraten, den Tank vor der Abreise zu füllen, weil viele Nachbarländer teurer sind. In den Niederlanden kostet ein Liter Diesel laut ADAC inzwischen rund zehn Cent mehr als hierzulande, ein Liter Super rund drei Cent mehr. Auch in Italien sind die Tarife im Schnitt höher als in Deutschland, in der Schweiz auch. Die Preise in den Nachbarländern erklären auch einige regionale Besonderheiten in Deutschland: An der Grenze zur Schweiz ist es ungewöhnlich teuer, weil die Eidgenossen fast jeden Preis zahlen, Diesel an den östlichen Grenzen muss billig sein, damit die Deutschen nicht nach Polen oder Tschechien ausweichen.

Nicht auf Autobahnen tanken Der ADAC und das Bundeskartellamt weisen darauf hin, dass das Tanken auf Autobahnen grundsätzlich viel teurer ist als in Städten und auf Landstraßen. So forderte eine Shell-Tankstelle an der A52 am Mittwoch rund 2,409 Euro pro Liter Super; das Bundeskartellamt geht in der Regel von einem Aufschlag auf Autobahnen von rund 25 Cent in den meisten Fällen aus, oft aber auch viel mehr.