Polarkälte ist da So verkraftet Ihr Auto minus 20 Grad

München (RPO). Die kälteste Nacht des Winters mit bis zu minus 26 Grad stellte Autos und Kraftfahrer vor härteste Anforderungen. Die Woche soll klirrend kalt bleiben. Wenn Sie unsere Tipps beherzigen, kommen Sie durch.

Zwölf Auto-Tipps bei Eiseskälte
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Zwölf Auto-Tipps bei Eiseskälte

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Foto: ZB/Michael Reichel

Dass ohne Winterreifen in diesen Tagen nichts geht, versteht sich von allein. Die geeigneten Reifen lassen sich laut TÜV Süd am Symbol M & S, teilweise auch einer Schneeflocke erkennen. Ihr Profil sollte mindestens vier Millimeter tief sein.

Angesichts der bevorstehenden Eiseskälte sollte an das Frostschutzmittel im Kühler und in der Scheibenwaschanlage gedacht werden. "Beim Kühler lässt man am besten die Werkstatt ran", empfiehlt Jürgen Grieving vom ADAC. Mittel für die Scheibenwischanlage gebe es in jedem Baumarkt.

Friert das Wasser in ihren Leitungen ein, bringt es nichts mehr, Frostschutz nachzuschütten. Wer dann nicht auf den Frühling warten will, kann sein Auto für eine Stunde in eine Tiefgarage fahren, so der ADAC. Dort herrschen üblicherweise Plusgrade und die Waschanlage taut auf. Bevor man nach draußen fährt, sollte man sie aber auf jeden Fall einige Male betätigen, um das frostschutzlose Wasser aus den Leitungen zu bringen.

Einfacher Batterietest

Auch eine schwache Batterie kann die Fahrt von vorneherein unmöglich machen, weil das Auto in der Kälte nicht anspringt. Ein grober Test kann hier Hinweise liefern: Wenn die Innenbeleuchtung beim Anlassen des Autos deutlich dunkler wird oder stark flackert, ist das ein Indiz für eine schwache Batterie. Dann sollte man sie in einer Werkstatt testen lassen.

Schon beim Einsteigen kann der Winter dem Autofahrer das Leben schwer machen. Gegen vereiste Türschlösser helfen Enteiser - doch nur wenn sie nicht im Inneren des zugefrorenen Wagens liegen. Sie können auch präventiv eingesetzt werden, wie der ADAC erklärt. Das pflegt das Schloss sogar ein wenig, wenn Glycerin in den Produkten ist.

Pflege brauchen auch die Gummidichtungen von Türen und Kofferraum im Winter. Spezielle Stifte mit Silikon oder Hirschtalg verhindern, dass sie aneinander festfrieren. Sollte dies dennoch passieren, rät der ADAC zur Vorsicht. Wer die Tür dann mit Gewalt aufreißt, kann die Dichtungen beschädigen.

Klimaanlagen betätigen

Obwohl es widersinnig scheint, ist die Klimaanlage auch im Winter manchmal sinnvoll, wie der TÜV erklärt. Da sie trockene Luft produziert, macht sie beschlagene Scheiben schnell wieder durchsichtig. Außerdem erhöht sich ihre Lebensdauer, wenn sie einmal im Monat, besser noch einmal in der Woche, für zehn Minuten eingeschaltet wird - allerdings auch nicht länger, kostet sie doch zusätzlichen Sprit. Bei Temperaturen unter fünf Grad sollte die Klimaanlage zudem ganz ausbleiben, erklären die Experten.

Dieselfahrer vor Problemen

Dieselfahrern macht die kalte Jahreszeit bisweilen zu schaffen. Denn die wachsähnlichen Paraffine des Dieselkraftstoffs neigen bei Temperaturen unter null Grad Celsius zum Ausflocken. Das sichtbare Ergebnis: Der Kraftstoff wird trüb.

"Kein Grund zur Besorgnis", beruhigt Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte des TÜV Rheinland. "Die Bildung der kleinen Kristalle ist bei frostigen Temperaturen völlig normal. Bis minus 22 Grad können sie nicht zu dicken Brocken zusammenkleben und der Sprit fließt ganz normal weiter." Verantwortlich für den problemlosen Betrieb ist der so genannte Winterdiesel, den es in der Regel ab Oktober an den Tankstellen gibt.

Nicht im Stand warmlaufen lassen

Keine gute Idee ist es, sein vereistes Auto im Stand warmlaufen zu lassen. Denn damit begeht man eine Ordnungswidrigkeit. Darauf weist der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin hin. Besser ist es daher, zunächst die zugefrorenen Scheiben freizukratzen und erst danach den Motor zu starten. Abgesehen von drohenden Bußgeldern sprechen laut VCD weitere Gründe gegen das Warmlaufenlassen: Die Umwelt wird belastet, das Motorengeräusch nervt die Anwohner und der Motor wird unnötig strapaziert, ohne dass er tatsächlich auf Betriebstemperatur kommt.

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(AP)
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