Rauchen im Auto: Qualmgeruch mindert Wiederverkaufswert

Rauchen im Auto: Qualmgeruch mindert Wiederverkaufswert

Düsseldorf (RPO). Wird im Auto geraucht, riechen bald Polster, Dachhimmel und Fußmatten nach kaltem Qualm. Das stört einer Umfrage zufolge selbst Raucher. Außerdem sorgt der Geruch beim Wiederverkauf für eine Wertminderung.

Eine Umfrage unter 1.400 Nutzern des Gebrauchtwagenportals autoscout24.de hat ergeben: Ein nach Qualm riechendes Auto zu kaufen, käme für nur 46 Prozent der Befragten in Betracht. Die Gründe dafür sind der zu erwartende Wertverlust und der schlechte Geruch.

Mehr als zwei Drittel aller Befragten, ob Raucher oder nicht, gaben an, Qualmgeruch im Auto störe sie. Von den Rauchern unter den Umfrage-Teilnehmern verzichten nach eigenen Angaben fast 30 Prozent während der Fahrt ganz auf den Griff zur Zigarette.

Qualmgeruch ist Verkaufshindernis

Wer ein Raucher-Auto verkaufen möchte, hat es nicht leicht. "Je nach Verschmutzungsgrad oder Beschädigungen an den Polstern muss man beim Verkaufspreis zwischen drei und sieben Prozent des Fahrzeugwerts als Abschlag in Kauf nehmen", sagt Thomas Firmery. Der Prüfingenieur bei der Sachverständigenorganisation KÜS begutachtet regelmäßig auch Raucherautos.

Bei größeren Brandlöchern werden zusätzlich die Kosten für eine sachgemäße Instandsetzung ermittelt und abgezogen. "Raucher-Autos haben deutlich längere Standzeiten beim Händler als Nichtraucher-Fahrzeuge und erzielen schlechtere Verkaufspreise", bestätigt Kurt Kolb von Bähr & Fess Forecasts. Das Unternehmen, das sich auf Restwertprognosen spezialisiert hat, sieht vor allen Dingen den intensiven Geruch nach abgestandenem Qualm als echtes Verkaufshindernis.

Wie wird man den Mief los?

Es reicht sicherlich nicht, staubzusaugen und mit einem speziellen Spray an die Polster zu gehen. Der Duft aus der Dose überlagert nur für kurze Zeit die Ausdünstungen, beseitigt aber nicht die Ursachen. Genauso wenig hilft es bei einem richtigen Stinker-Auto, über Nacht Hausmittel wie eine Schale mit Essig oder mit gemahlenem Kaffee aufzustellen.

Eigentlich gibt es nur zwei erfolgversprechende Möglichkeiten: Entweder man versucht sich selbst mit Schwamm, Bürste, Reiniger und viel Lüften - oder man lässt Profis ran. Letztere berechnen für eine Grundreinigung des Innenraums inklusiver Gepäckabteil rund 200 Euro. Im Preis enthalten sind dann Saugen, Shamponieren der Polster und das Säubern der Kunststoffteile, Fußmatten, Scheiben und des Dachhimmels.

Eine anschließende Behandlung mit Ozon verspricht die Beseitigung der letzten störenden Gerüche. Dabei wird das Fahrzeuginnere mit dem Gas behandelt und danach lange gelüftet. Den Aschenbecher sollte man übrigens möglichst gegen ein jungfräuliches Exemplar austaschen. Denn der wird auch nach mehreren Reinigungen seinen Geruch nicht mehr los.

Rauchen im Auto: keine Ordnungswidrigkeit

Rauchen im Fahrzeug stellt anders als das Telefonieren ohne Freisprechanlage keine Ordnungswidrigkeit dar und wird daher auch nicht mit einem Bußgeld belegt. Das Qualmen in einem Dienstwagen kann der Arbeitgeber jedoch verbieten. Hintergrund für ein solches Verbot ist meist der zu erwartende Wertverlust eines Raucherautos.

Auch wenn Rauchen im Auto nicht generell verboten ist: Eine Gefahr für die Teilnahme am Straßenverkehr darf vom Raucher zu keiner Zeit ausgehen. Greift ein Autofahrer zum Beispiel nach einer heruntergefallenen Zigarette und verursacht dadurch einen Unfall, kann ihn die Versicherung wegen grober Fahrlässigkeit in Regress nehmen. Darauf weist Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hin.

(SP-X/qui)
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