Autofahren bei Nebel und Nässe Wann braucht man eigentlich die Nebelschlussleuchte?

Düsseldorf · Wenn es draußen dunkel und kalt ist, steigt auch die Unfallgefahr auf den Straßen in NRW. Besonders schlechte Sicht durch Nebel kann hier zu einem großen Risiko werden. Was Autofahrer beachten sollten und wie die Nebelschlussleuchte richtig eingesetzt wird.

 Gerade in der Dämmerung, morgens und abends, kann es ganz plötzlich zu Nebel auf den Straßen kommen. Was Autofahrer jetzt beachten sollten – und wann eigentlich die Nebelschlussleuchte zum Einsatz kommt.

Gerade in der Dämmerung, morgens und abends, kann es ganz plötzlich zu Nebel auf den Straßen kommen. Was Autofahrer jetzt beachten sollten – und wann eigentlich die Nebelschlussleuchte zum Einsatz kommt.

Foto: dpa/Patrick Pleul

Immer wieder gibt es durch Nebel bedingte Unfälle auf den Straßen. Die meisten finden im vierten Jahresquartal, also im Oktober, November und Dezember, statt. Besonders gefährdet sind dabei Autofahrer auf Landstraßen.

Dabei könnten Autofahrer einiges tun, um bei Nebel sicherer unterwegs zu sein. Worauf sollten Autofahrer also bei Nebel achten?

Was gilt es generell zu beachten?

Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein gibt zuerst einmal grundlegende Tipps: „Es gibt drei Regeln für den Herbst: mehr Abstand halten, Geschwindigkeit reduzieren, Licht an.“ Auch der richtige Abstand zum Vordermann wird besonders wichtig, wenn das Bremsen und Reagieren durch die äußeren Umstände erschwert wird – die Zwei-Sekunden-Regel hilft hier. „Dabei sucht man sich einen markanten Punkt am Fahrbahnrand. Wenn das Fahrzeug vor einem diesen Punkt passiert hat, einfach langsam ‚21, 22‘ zählen“, sagt ADAC Technik-Experte Andreas Kaurisch. „Erst dann sollte man selbst an dieser Stelle vorbeifahren. Sonst ist der Abstand zu gering.“ Ältere Autofahrer erinnern sich vielleicht an die „Halber-Tacho-Regel“: Geschwindigkeit in km/h halbieren, so viel Abstand in Metern lassen. Beide Regeln sorgen dafür, dass im Falle einer plötzlichen Bremsung genug Zeit zum Reagieren bleibt.

Müther rät außerdem, besonders in dieser Jahreszeit darauf zu achten, dass das Auto in einem guten Zustand ist: „Die Scheiben sollten gereinigt sein und die Wischerblätter regelmäßig kontrolliert. Auch bei den Flüssigkeiten immer wieder überprüfen, ob noch genug vorhanden ist: Scheibenreiniger, Kühlflüssigkeit, Motoröl“, erklärt Müther.

Was tun, wenn das Auto ins Rutschen gerät?

Wenn das Auto trotz angepasster Fahrweise ins Rutschen gerät, empfiehlt der ADAC Nordrhein vier Schritte: „Fuß vom Gaspedal nehmen, auskuppeln, gefühlvoll gegenlenken und bremsen“. Mit etwas geringerer Geschwindigkeit lässt sich das Auto oft schon wieder besser kontrollieren. Wenn das Fahrzeug aber gar nicht mehr reagiert, helfe nur die Vollbremsung. Wer langsamer fährt, vermeidet aber schon im Vorfeld die Gefahr, dass das Auto überhaupt ins Schlingern kommt.

Nebel kann, besonders in den Morgen- und Abendstunden, sehr plötzlich auftreten. Dann ist besondere Vorsicht geboten. Ab Sichtweiten unter 50 Metern gilt die Faustformel: Mindestabstand in Metern ist gleich Geschwindigkeit. „Bei Tempo 50 sollte man also mindestens 50 Meter Abstand halten. Das ist genau die Distanz zwischen zwei Leitpfosten am Straßenrand“, sagt Kaurisch.

Welche Lichteinstellungen sollten gewählt werden?

Die meisten modernen Autos haben eine Automatik-Einstellung, bei der sich der Fahrer nicht mehr selbst um die Lichteinstellungen kümmern muss. „Aufkommende Nebelbänke erkennt der Lichtsensor teilweise nicht“, sagt Technik-Experte Kaurisch. „Deshalb das Abblendlicht am besten manuell anschalten, um die eigene Sicht zu verbessern.“ Wenn die Sichtweite durch Nebel oder Regen weniger als 150 Meter beträgt, können die Nebelscheinwerfer helfen. Die Kontrollleuchte im Cockpit dafür ist grün und ähnelt der für das „normale“ Abblendlicht, mit einer gewellten Linie durch die nach unten geneigte Lichtstrahlen verlaufen.

 Nebelscheinwerfer vs. Nebelschlussleuchte: Woran man die unterschiedlichen Einstellungen im Display erkennt.

Nebelscheinwerfer vs. Nebelschlussleuchte: Woran man die unterschiedlichen Einstellungen im Display erkennt.

Foto: ADAC e.V.

Wann brauche ich die Nebelschlussleuchte?

Im Gegensatz zum normalen Abblendlicht und dem Nebelscheinwerfer gibt es in modernen Autos aber auch noch die Nebelschlussleuchte. Das Symbol dafür ist ein gelbes Lämpchen mit gewellter Linie, durch die senkrechte Lichtstrahlen verlaufen. Sie dient dazu, den nachfolgenden Verkehr zu warnen beziehungsweise früher sichtbar zu sein. „Man darf sie aber nur einschalten, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt“, sagt Müther. „Wird die Leuchte bei besserer Sicht eingesetzt, wird der nachfolgende Verkehr geblendet.“ Nebelschlussleuchten dürfen auch innerorts eingesetzt werden. Eine Verpflichtung, sie einzuschalten, besteht aber nicht. „Wer eine Nebelschlussleuchte falsch verwendet, muss aber mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen“, erklärt Müther. „Werden dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder kommt es gar zu einem Unfall, liegt das Verwarnungsgeld bei 25 beziehungsweise 35 Euro.“

Herbstgefahren für Autofahrer
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Foto: dpa/Patrick Pleul

Was gibt es bei den Reifen zu beachten?

Die alte Regel „O bis O, Oktober bis Ostern“, gilt laut ADAC weiterhin. „Spätestens aber, wenn es mit Reif- oder Eisglätte, Glatteis, Schneematsch oder Schnee auf den Straßen losgeht, sind Winterreifen Pflicht“, meint Müther. „Wer bei solchen Verhältnissen dann noch mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit Bußgeldern und Punkten in Flensburg rechnen.“

Der ADAC Nordrhein empfiehlt, beim Kauf neuer Winterräder keine Reifen zu wählen, die älter als zwei Jahre sind. Wer seine alten Winterreifen weiter fährt, sollte die Profiltiefe überprüfen. „Gesetzlich vorgeschrieben sind für Winterreifen mindestens 1,6 Millimeter“, so der Experte. Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen aber vier Millimeter oder mehr. „Das lässt sich ganz einfach mit einer 2-Euro-Münze kontrollieren. Der silberne Rand ist genau vier Millimeter breit. Wenn man die Münze zwischen zwei Profilblöcke steckt und der Rand nicht mehr zu sehen ist, dann ist noch alles in Ordnung“, erklärt auch Kaurisch. Spätestens nach sechs Jahren sollten Winterreifen grundsätzlich ausgetauscht werden.

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