Typ- und Regionalklassen: Böse Fallen bei der Auto-Versicherung

Typ- und Regionalklassen : Böse Fallen bei der Auto-Versicherung

Düsseldorf (RPO). Etliche Autohalter staunen in diesen Tagen über ihren höheren Versicherungsbeitrag. Falls der Wagen neu eingestuft wurde, kann der Tarif deutlich in die Höhe schnellen. Da liegt der Gedanke nahe, die Versicherung zu wechseln.

Veronika Baum (Name geändert) hat sich geärgert. Von 13 auf 17 stieg die Typklasse für ihren Fiat 500, der vorher so günstig versichert war. Nun muss die Düsseldorferin rund 150 Euro mehr Beitrag bezahlen. Am liebsten würde sie sofort den Versicherer wechseln.

"Bei der Typklassen wird sie leider nichts einsparen können", gibt Katrin Rüter de Escobar zu Bedenken. Die Sprecherin des Deutschen Versicherungsverbandes (GDV) weist daraufhin, dass die Typklassen oder auch die Regionalklassen bei allen Kfz-Versicherern gleich sind: "Sie werden einmal jährlich festgelegt und alle Anbieter halten sich gleichermaßen daran", erläutert Rüter.

Das sei zwar keine Vorschrift, aber aufgrund des Wettbewerbs gängige Praxis: "Ich kenne keine einzige Versicherung, die da ausschert." Der Anbieter wäre auch schlecht beraten. Normalerweise sind Typklassen-Einstufungen an gute und schlechte Risiken gekoppelt. Da fließen Diebstahlsrisiken oder Schadenshäufigkeit in Regionen ein.

Eine Versicherung, die höhegestuften Fahrzeughaltern bessere Angebote macht, würde automatisch schlechtere Risiken um sich sammeln und damit unwirtschaftlich handeln. Also tappt man in eine böse Falle, wenn man übereilt aufgrund einer gestiegenen Typ- oder Regionalklasse die Versicherung kündigt.

Zwei Wege gibt es, trotzdem zu sparen. Entweder man fragt bei seiner eigenen Versicherung an, ob man den Beitrag noch senken kann. Es gibt ein weites Feld an Sondereinstufungen, die bessere Beiträge ermöglichen. Da Versicherungen aufgrund eines harten Wettbewerbs stark daran interessiert sind, ihre Kunden zu halten, gibt es eine Menge Spielraum.

Ein gestiegener Beitrag liefert in jedem Fall ein außerordentliches Kündigungsrecht. Man kann also den Markt gezielt nach einem Versicherer durchforsten, der bei einem vergleichbaren Service ein günstigeres Angebot macht. "Dabei müssen Sie aber sehr genau alle Vor- und Nachteile eines Wechsels gegeneinander abwägen", empfiehlt GDV-Sprecherin Rüter de Escobar.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sieger und Verlierer der Typklassen 2010

(RPO)
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