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Auto: Tipps zum Wechsel der Versicherung

Vertragsfristen : Versicherungswechsel kann sich lohnen

Zum Jahreswechsel passen viele Versicherer ihre Tarife an. Autofahrer können durch einen Wechsel oft bares Geld sparen. Das gilt es dabei zu beachten.

Jedes Auto muss versichert werden. Wie viel das kostet, haben Kfz-Halter selbst in der Hand. Mindestens einmal im Jahr bietet sich die Möglichkeit, den Tarif zu optimieren und gegebenenfalls den Versicherer zu wechseln.

„Eine Kfz-Versicherung kann immer zum Ende ihres individuellen Versicherungsjahres gewechselt werden, das ist bei den meisten Kfz-Versicherungen auch gleichzeitig der Jahreswechsel“, sagt Gerrit Reichel von Automobil Club Verkehr (ACV). Autofahrer sollten sich daher den 30. November rot im Kalender anstreichen. „Das ist der Termin, bis zu dem die Kündigung bei der Versicherung eingegangen sein muss.“ Daneben hat man aber unter gewissen Umständen auch die Möglichkeit, außerhalb der normalen Kündigungsfrist zu wechseln.

„Bei einer Beitragserhöhung hat der Versicherte immer die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen. Das geht auch dann noch, wenn die neue Beitragsrechnung erst Mitte Dezember kommt“, sagt Elke Weidenbach von der Verbrauchzentrale NRW. Auch bei einem Schaden oder einer Fahrzeugabmeldung kann die Versicherung sofort gewechselt beziehungsweise beendet werden. Das Einsparpotenzial ist groß.

Die Zeitschrift „Finanztest“ hat bei einem aktuellen Vergleichstest für eine Familie beim Kfz-Haftpflichtschutz eine Tarifspanne zwischen 214 und 600 Euro im Jahr ermittelt. Grundsätzlich beeinflussten sehr viele Faktoren den Preis für die Versicherung, sagt Lena Sington von „Finanztest“. „Das fängt bei Fahrzeugalter und -modell an und hört bei den unfallfreien Jahren auf. Ganz erheblich wird der Preis auch vom Fahrerkreis beeinflusst, also wie viele Personen das Fahrzeug nutzen. Das fällt deutlich mehr ins Gewicht als etwa die Kilometerleistung im Jahr oder ein Garagenstellplatz“, erklärt die Expertin. Wie stark sich einzelne Komponenten auswirken, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.

 Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, sollte auch auf das Kleingedruckte achten.
Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, sollte auch auf das Kleingedruckte achten. Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Elke Weidenbach rät daher dazu, sich vor einem Wechsel genau zu überlegen, welchen Umfang der Versicherungsschutz haben soll und auf was verzichtet werden kann. „Gerade beim Kaskoschutz lohnt es sich zu überlegen, ob nur noch die Teilkaskoversicherung benötigt wird oder ob es eine Vollkaskoversicherung sein muss. Häufig, aber nicht immer sind die Beitragsunterschiede groß.“ Wer wechseln und sparen will, sollte vorher gut vergleichen. „Das geht schnell und einfach über Vergleichsportale. Man sollte sich aber die Mühe machen, hier das Suchprofil mit allen Details anzupassen, um wirklich ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten“, sagt Gerrit Reichel.

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Die Option Neuwertentschädigung etwa lohne sich nur, wenn ein neues Fahrzeug versichert werde. Bei der Haftpflicht wiederum sollten Kunden darauf achten, dass die Deckungssumme nicht gerade am unteren Ende liegt. Üblich sei heute eine Versicherungssumme von 100 Millionen Euro für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, so Reichel. Aber auch Versicherungsvermittler vor Ort können gute Preise bieten. Der Vorteil für manche Kunden sei zudem, dass es im Schadensfall meist dort einen direkten Ansprechpartner gebe. Ob online oder offline: Immer, wenn ein Vermittler ins Spiel kommt, wird auch eine Provisionszahlung von der Versicherung an den Makler fällig. Das macht die Versicherung teurer. „Es kann sich daher durchaus lohnen, online den Vertragsabschluss über einen Direktversicherer zu prüfen“, sagt Weidenbach.

Weiteres Einsparpotenzial steckt in den Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen). Unfallfreie Jahre werden über die Einstufung in eine SF-Klasse dokumentiert. „Wer viele Jahre unfallfrei fährt und einen älteren Vertrag hat, ist in der SF-Staffel möglicherweise schon bei SF 35 und damit am Ende angekommen“, sagt Sington. „Hier kann es sich lohnen, nach einem neuen Vertrag mit längerer SF-Staffel zu fragen, etwa bis SF 50.“

Wer die Versicherung für sein Fahrzeug wechseln will, sollte das in jedem Fall selbst in die Hand nehmen und die Kündigung nicht dem neuen Versicherer überlassen. „Auch sollte zuerst die neue Police unterschrieben sein, bevor der alte Vertrag gekündigt wird“, sagt Gerrit Reichel.