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Großer Fahrbericht am Samstag: Opel Insignia kann Verkehrsschilder lesen

Großer Fahrbericht am Samstag : Opel Insignia kann Verkehrsschilder lesen

Drei Karosserievarianten (Stufenheck, Fließheck und Kombi), vier Ausstattungsstufen, Front- oder Allradantrieb, Sechsgang-Schalter oder Automatik: Wer sich für den Opel Insignia entscheidet, kann aus einer Fülle von Optionen wählen.

Dazu kommt ein Motorenangebot, das von 115 bis zu 325 (OPC) bei den Benzinern und von 110 bis 160 PS bei den Dieseln reicht. Bislang waren zumindest zwei Dinge immer klar: Der Sports Tourer genannte Kombi ist in Deutschland die meist gekaufte Karosserievariante und der 160 PS-Diesel vereint das Gros der Bestellungen bei den Motoren auf sich. Zumindest bei der Aggregatswahl könnte nun der eine oder andere Kunde ins Grübeln kommen.

Der 1,4-Liter-Turbo, den Opel nun auch im Insignia anbietet, spricht vor allen Dingen Fahrer an, deren jährliche Kilometerleistung die Mehrkosten für einen Selbstzünder nicht reinholen. Das Erfolgsrezept für solche Aggregate heißt schon seit einigen Jahren "Downsizing". Kleinvolumige, aufgeladene Motoren mit vergleichsweise hoher Leistung punkten mit Drehmoment und günstigen Verbrauchswerten. So auch der 1,4-Liter-Turbo mit 103 kW/140 PS und in der Spritspar-Version Ecoflex.

Eifriges Schalten wichtig

Im breiten Drehzahlband von 1950 bis 4900 Umdrehungen stellt er sein maximales Drehmoment von 200 Nm bereit - vorausgesetzt man hält ihn durch eifriges Schalten bei Laune. Dann agiert er aber durchaus spritzig. Bei ersten Testfahrten zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern an.

Obwohl wir damit die theoretischen Zielvorgaben um 1,8 Liter verfehlten, ist das für ein Mittelklasse-Fahrzeug kein schlechtes Ergebnis. Im Vergleich zum bisherigen, gleich starken 1,8-Liter verbraucht der Turbo zwei Liter weniger. Möglich wird dies durch das übliche Bündel an Sparmaßnahmen wie den Einsatz einer Start-Stopp-Automatik in Kombination mit einer aerodynamische Unterbodenverkleidung sowie der Umstellung auf eine rein elektrische Lenkung.

Verbrauch von nur 4,5 Litern

Zunächst bietet Opel diesen Motor nur als Ecoflex-Variante an. Er kostet mit Preisen ab 27.170 Euro (Sports Tourer) genauso viel wie der aus dem Programm genommene 1.8. Sonst berechnen die Rüsselsheimer für die Spritspartechnik bei anderen Motoren 350 Euro Aufpreis. Nächstes Jahr folgt der 1.4 ohne Ecoflex-Technik.

Für alle Diesel-Fans: auch der 2,0-Liter-Selbstzünder, den es in drei Leistungsstufen mit 81 kW/110 PS, 96 kW/130 PS und 118/160 PS gibt, wurde überarbeitet. So verbraucht die 160 PS-Version als Ecoflex mit durchschnittlich 4,5 Liter nun 0,6 Liter weniger und emittiert 119 g/km. Sie steht ab 29.270 Euro für den Kombi in der Preisliste.

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Geblieben ist das schicke Design und die Interieurgestaltung. Ein Facelift steht erst für 2013 an. Allerdings dürften sich die äußerlichen Retuschen in Grenzen halten, im Vordergrund werden hier wohl die Optimierung der Bedienelemente und die Ausweitung der Assistenzsysteme stehen, die mittlerweile in der Mittelklasse zumindest als Optionen Standard sind.

Optionales Opel-Eye

Ein wenig legt Opel hier schon jetzt nach und bietet für den Insignia nun eine Erweiterung der Frontkamera-Funktionen an. Das optionale Opel-Eye mit nun verbesserter Verkehrsschilderkennung und einem Spurhalteassistent fungiert nun auch als Abstandswarner.

Bei Geschwindigkeiten ab 40 km/h wird der Fahrer vor einer drohenden Kollision mit einem vorausfahrenden Fahrzeug gewarnt. Das System kann aber nicht selbständig abbremsen. Außerdem dient die Kamera in Verbindung mit den adaptiven Scheinwerfern als Fernlichtassistent. Für eine bessere und schnellere Navigation gibt es zwei neue, SD-Karten gestützte Navigationssysteme.

Apropos Optionen: Die Kundschaft sorgt für gute Geschäfte. Zwar bestellen die meisten Käufer nur die zweite Ausstattungs-Version "Design Edition", doch geben sie sich bei Ordern aus der Optionsliste nicht kleinlich. So sind die schicken Leichtmetall-Räder beliebt, dito das erweiterte Lichtsystem mit adaptivem Fahrlicht. Die Parksenoren samt Parklückenerkennung stehen bei zwei Drittel der Bestellungen auf dem Wunschzettel. Die 645 Euro sind bei der nicht ganz übersichtlichen Karosserie gut angelegtes Geld. Schließlich soll das Fahrzeug ja auch schön bleiben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Opel Insignia im Praxistest

(SP-X)