Nie "oben ohne" - was bei Motorradhelmen wichtig ist

Nie "oben ohne" - was bei Motorradhelmen wichtig ist

Auf dem Motorrad gilt Helmpflicht - doch nicht alle Modelle bieten bauartbedingt den gleichen Schutz. Und sind günstige Helme automatisch schlechter?

Oben ohne zu fahren wie Peter Fonda einst im Kultstreifen "Easy Rider" ist nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich. Aber welcher Helm ist am sichersten, und was kostet er? "Der Vollvisier- oder Integralhelm ist der Klassiker", sagt Frank Braemer vom Bekleidungs- und Zubehör-Anbieter Polo. "Ein Universalhelm für alle Einsatzzwecke und jeden Motorradtyp, der die größte Sicherheit bietet, weil auch der Kinnbereich komplett geschützt ist." Dieser Helmtyp sei mittlerweile je nach Preis sehr aufwendig ausgestattet, etwa mit Sonnenblende oder sogar einem Funksystem.

Ralf Schefzig wiederum setzt auf den Klapphelm. "Der bietet durch den Klappmechanismus einerseits den Komfort eines Jethelms, etwa wenn man im Sommer an der Ampel steht und mal durchatmen möchte", sagt der Motorradtrainer beim Auto Club Europa (ACE), "garantiert mir andererseits während der Fahrt aber die Sicherheit eines Vollvisierhelms." Mit hochgeklapptem Kinnteil zu fahren, davon rät Schefzig allerdings ab. Dann erfülle der Helm nicht mehr die ECE-Norm 22/05, die geprüfte Sicherheit im geschlossenen Zustand garantiert.

"Es gibt Klapphelme, die zusätzlich als Jethelm geprüft werden", ergänzt Till Ferges. Der Redakteur des Fachmagazins "Motorrad News" verweist auf die sogenannte P+J-Homologation. Trotzdem rät auch er dann zum Fahren mit geschlossenem Helm, um die Verletzungen möglichst gering zu halten. Noch weit weniger Sicherheit bieten sogenannte Brain Caps. Diese Halbschalen, die bereits oberhalb der Ohren enden, werden aber wegen des lässigen Looks gerade von Chopper-Fahrern gerne getragen. "Lässig vielleicht, zulässig aber auf gar keinen Fall", warnt Schefzig. "Wer von der Polizei erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld rechnen, zudem kann die Weiterfahrt untersagt werden". Wie teuer aber ist nun die ECE-Norm geprüfte Helm-Sicherheit? Mindestens 100 Euro müsse man für einen guten Jethelm, um die 150 Euro für einen Vollvisierhelm anlegen, sagt Schefzig.

(RP)
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