Keine Kontrollen in Sachsen-Anhalt: Zu teuer - Landkreis schafft Blitzer ab

Keine Kontrollen in Sachsen-Anhalt: Zu teuer - Landkreis schafft Blitzer ab

Düsseldorf (RPO). Im Salzlandkreis südlich von Magdeburg werden keine Geschwindigkeitsmessungen mehr durchgeführt. Aus Kostengründen haben die Behörden die Überwachung der Autofahrer eingestellt. Die Ausgaben sind zu hoch, die Einnahmen zu niedrig.

Der Salzlandkreis zwischen Magdeburg und Halle ist ein Paradies. Nicht nur für die Bauern der Magdeburger Börde, die im Herzen Sachsen-Anhalts die besten, landwirtschaftlich nutzbaren Böden Deutschlands vorfinden. Der Salzlandkreis ist mittlerweile auch ein Paradies für Raser. Hier führen die Behörden keine Geschwindigkeitskontrollen mehr durch.

Und so können die Autofahrer auf den Landstraßen nahe Bernburg und Aschersleben ungehindert aufs Gaspedal drücken. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtete werden seit Juli keine Geschwindigkeitskontrollen mehr durchgeführt.

Gründe gibt es mehrere: Zum einen ist der Leasingvertrag für das Blitzerauto des Landkreises abgelaufen. Die Messtechnik ist laut Behörden nicht auf dem neuesten Stand, neue Investitionen wären dringend nötig. Da die Haushaltskasse des Landkreises leer ist wird kein neuer Wagen angeschafft.

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Zum anderen sind die Einnahmen durch Buß- und Verwarngelder in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. 63.000 Euro waren es laut "MZ" 2010, dem stehen aber Personal- und Sachkosten von 60.000 Euro gegenüber. Im Jahr 2008 betrugen die Einnahmen noch 81.545 Euro, im Jahr 2009 71.400 Euro.

Die Geschwindigkeitsüberwachung ist einfach nicht mehr profitabel. Da keine Gemeinde und kein Landkreis verpflichtet ist, Tempokontrollen durchzuführen, hat sich der Salzlandkreis dazu entschlossen, das Blitzen aufzugeben.

Zudem wurden im Zuge der Gebietsreform am 1\. Juli 2007 die ehemaligen Landkreise Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck zum Salzlandkreis zusammengelegt. Seitdem sind viele Gemeinden größer als 20\.000 Einwohner. Und in diesen ist nicht mehr der Landkreis sondern die jeweilige Gemeinde selbst für die Geschwindigkeitsüberwachung zuständig.

(rpo/nbe)
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