Neuer Lamborghini Gallardo Superleggera: Superleicht, superschnell, superteuer

Neuer Lamborghini Gallardo Superleggera : Superleicht, superschnell, superteuer

Düsseldorf (RPO). Entwickelt hat Lamborghini den Superleggera als ultimative Fahrfahrmaschine. Er ist leichter als der normale Gallardo und er ist auch ein bisschen stärker, was allerdings bei 419 kW/570 PS eigentlich egal ist. Der Motor wird unter Glas ausgestellt und, damit ihn auch jeder sieht, mit kleinen LEDs beleuchtet.

Das muss sein, auch bei einer echten Leichtversion und bestätigt das Vorurteil von wegen Goldkettchen. Der Zehnzylinder macht einen Großteil des Basispreises von immerhin 208.726 Euro aus, und scheinbar gehört es unter den Kunden zum guten Ton, zu zeigen, was man hat. Kleine Extras wie Flügel, Keramikbremsen, Rückfahrtkamera und Navisystem treiben den Preis auf über 230.000 Euro.

Es ist wirklich nicht alles leicht an diesem Auto. Manche Teile wirken für die Ewigkeit gemacht. Der Tankverschluss zum Beispiel ist aus dem vollen Aluminium gefräst und liegt richtig satt in der Hand. Ein netter Zug, weil man ihn fast täglich spürt, wenn man denn das Auto auch fährt und nicht nur zum Angeben parkt.

Dazu muss man sich erst mal in die flache Sitzschale bewegen, was erstaunlich gut geht. Für Menschen über 1,90 m ist der Zweisitzer aber zu niedrig. Von Kopffreiheit kann keine Rede sein. Zwischen Resthaar und Dachhimmel passt auch kein Helm, der zum artgerechten Bewegen des Superleggera auf der Rennstrecke nötig wäre. Begnügen wir uns also mit Landstraßen und Autobahnen.

Der Lambo verzichtet auf überflüssigen Schnickschnack im Interieur. Statt Leder glänzt überall Karbon, Ablagen gibt es keine, außer einer harten Schale, der man aber lieber nichts anvertraut, weil es in der nächsten Kurve ohnehin durchs Auto rutscht.

Geschaltet wird mit Paddeln am Lenkrad. Das geht hervorragend und schnell. Man kann auch den Automatikmodus nehmen, aber das wirkt ein wenig deplatziert in diesem Wagen, funktioniert im Stadtverkehr aber leidlich. Mehr Spaß macht es, den Wagen manuell zu bedienen und so ist es ja auch gedacht.

Der Motor wohnt direkt hinter den Sitzen. Seine Arbeitsweise gibt er scheinbar ungefiltert preis. Schon beim Start schreit er die Umwelt an, um dann in einen heiseren Leerlauf zu verfallen. In Fahrt steigert sich die Lautstärke zu einem hysterischen Gekreische, wenn das Gaspedal Bodenkontakt hat.

Dann kann man auf frisch asphaltierten deutschen Autobahnen auch 325 km/h erreichen. Auf normalen deutschen Autobahnen hoppelt der Wagen von Bodenwelle zu Bodenwelle und wirkt deshalb nicht so vertrauenserweckend, wie beispielsweise ein Porsche Turbo. Ein Effekt, der sich auch auf schnell gefahrenen Landstraßen einstellt.

Abgesehen davon, dass man hier permanent Gefahr läuft, seinen Führerschein abzugeben, weil die 100 km/h-Marke sehr schnell und aus dem Stand bei Bedarf in 3,4 Sekunden überschritten wird, strengt der Lambo richtig an, wenn man Spaß damit haben will. Im Grunde fährt er wie ein Sportmotorrad und ist auch genauso alltagstauglich.

Volltanken, eine Stunde fahren, wieder volltanken: das dürfte das normale Prozedere in diesem Auto sein. Der Gallardo atmet den Sprit geradezu ein. Mit jedem Luftholen leert sich der Tank sichtbar. Der Normverbrauch von 13,5 Litern hat nichts mit der Realität zu tun. Gut 20 Liter können es schon sein, wenn der Zehnzylinder sachgerecht gefüttert wird.

Macht man das, ist auch der Beifahrersitz eigentlich überflüssig, weil etwaigen Mitfahrern relativ schnell die Farbe aus dem Gesicht weicht. So gesehen bietet auch die Superleggera-Version noch Potential um das Auto leichter zu machen. In diesem Zusammenhang kann auch das Audio/Navigationssystem draußen bleiben, dass vom Audi R8 geliehen wurden. Den Sound bestimmt der Motor und nach dem Weg kann man den freundlichen Tankwart fragen, man sieht ihn ja oft genug.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2011: Der Lamborghini Gallardo Superleggra

(SP-X/chk)
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