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Berechnungen zum Benzinpreis: Ölmultis kassieren im Mai 189 Millionen zu viel

Berechnungen zum Benzinpreis : Ölmultis kassieren im Mai 189 Millionen zu viel

Die steigenden Benzinpreise erhitzen seit Jahren die Gemüter der Autofahrer. Das Bundeskartellamt soll die Praxis der Ölmultis überprüfen. Fakt ist: Die Konzerne nehmen viel Geld ein. Im Mai sogar mehr als gerechtfertigt wäre.

Das hat eine Berechnung des Unionspolitikers Günter Reisner von der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung gezeigt. Autofahrer in Deutschland haben im vergangenen Monat 10,2 Cent mehr je Liter Superbenzin bezahlen müssen, als durch die Preisentwicklung an den Rohölmärkten gerechtfertigt gewesen wäre.

Dies entspräche einem zusätzlichen Gewinn von rund 189 Millionen Euro für die Mineralölgesellschaften, sagte Reisner. CDU-Mittelstandspolitiker Reisner vergleicht die tägliche Entwicklung der Rohöl- und Benzinpreise seit rund einem Jahrzehnt.

Er nutzt dafür die Bruttopreise an den Märkten. Demnach sind die Benzinpreise zuletzt deutlich langsamer gefallen als die Rohölnotierungen. Der ADAC hatte diese Entwicklung in den vergangenen Tagen ebenfalls kritisiert.

Das Bundeskartellamt geht dem Verdacht nach, dass die fünf marktbeherrschenden Konzerne - BP mit der Marke Aral, ExxonMobil mit der Marke Esso, ConocoPhilips mit der Marke Jet, Shell und Total - freien Tankstellen Benzin und Diesel zu überhöhten Preisen verkauft haben sollen.

Zudem werfen die Wettbewerbshüter den Konzernen vor, an den eigenen Tankstellen Sprit unterhalb des Beschaffungspreises angeboten zu haben. Die Verfahren gegen die fünf Konzerne wurden Anfang April eingeleitet.

Künftig will die Bundesregierung die Preissetzung der Mineralökonzerne an Tankstellen mit einer zentralen Meldestelle überwachen. Diese Markttransparenzstelle soll beim Bundeskartellamt eingerichtet werden.

Hier geht es zur Infostrecke: 2012: Top 10 des deutschen Tankstellenmarkts

(AFP)