Pilotprojekt des Bundesverkehrsministeriums: Notfallplan für Engpässe beim Streusalz

Pilotprojekt des Bundesverkehrsministeriums : Notfallplan für Engpässe beim Streusalz

Düsseldorf (RPO). Der nächste Winter kommt bestimmt. In diesem Jahr möchte das Bundesverkehrsministerium für den Ernstfall gewappnet sein. Sollte die kalte Jahreszeit ähnlich frostig werden wie in den vergangenen beiden Jahren auch, dürfte das Streusalz wieder knapp werden. Um einem Engpass beim Streugut entgegen zu wirken, hat Peter Ramsauer (CSU) im Vorwege der Verkehrsministerkonferenz eine "Notreserve für Streusalz" angekündigt.

Ramsauers Notfallplan sieht vor, 100.000 Tonnen Streusalz, das ausschließlich für die Autobahnen verwendet werden soll, zu lagern. Von Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt aus soll im Ernstfall das Streusalz in hilfsbedürftige Regionen transportiert werden. Der Verkehr in Deutschland soll nicht noch einmal durch unzureichende Streusalzlieferungen lahm gelegt werden.

"Welt Online" sagte Ramsauer: "Auf die Notreserve für Streusalz können alle Bundesländer zurückgreifen. Damit sorgen wir bei lang anhaltenden und extremen Winterverhältnissen für freie Fahrt." Für die Kosten des Pilotprojekts geht der Bund zunächst in Vorleistung. Sobald die Bundesländer Lieferungen anfordern, tragen sie die Kosten für Material, Transport und Betriebskosten für die Lagerhallen.

Streudienstfahrzeuge mit Blaulicht

Ramsauer beziffert die Kosten auf rund acht Millionen Euro. Durch die "Länder-Erlöse" möchte das Ministerium die Lager wieder mit Streugut auffüllen. In NRW sollen eine Ex-Munitionsstätte nahe Saerbeck im Münsterland und ein Großlager in Grevenbroich westlich von Düsseldorf als Depot dienen. Bülstringen in Sachsen-Anhalt wurde als dritter Standort gewählt.

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hält die Reserve für sinnvoll. Da die Streusalz-Vorräte im vergangenen Jahr aufgrund des strengen und ungewöhnlich langen Winters leer gefegt waren, mussten die Behörden Streugut aus dem Ausland importieren. Händler verlangten teilweise das Vierfache des Normalpreises.

Allein in NRW wurden 250.000 Tonnen Streusalz verbraucht, täglich waren es bis zu 10.000 Tonnen. Bundesweit waren es 1,3 Millionen Tonnen. Die Notreserve von 100.000 Tonnen würde demnach gerade einmal zehn Tage halten.

Die Streudienstfahrzeuge in NRW haben zudem künftig mehr Rechte — und Blaulicht. Damit dürfen 35 Streuwagen der 29 Autobahnmeistereien, die im Winterdienst auf den Autobahnen eingesetzt werden, bei einem Verkehrsstillstand notfalls auch gegen die Fahrtrichtung die Straßen räumen, und ihre Fahrer sind zudem weisungsbefugt gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern.

(nbe)
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