Neuer Honda CR-V Mehr Cruiser als Offroader

Rom (RP). Weniger Kasten, dafür mehr Van und vor allem mehr Fahrkomfort: Mit der dritten Generation der CR-V entwickelt Honda die SUV-Philosophie weiter, die einst mit markigen, bulligen Off-Roadern begann. Der neue "Soft-Roader" leugnet seine Buckelpisten-Gene nicht. Aber er unterstreicht auch, dass er mittlerweile viel lieber und besser auf der Straße unterwegs ist als in unliebsamen Gelände.

Honda CR-V (ab 2006)
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Honda CR-V (ab 2006)

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Foto: Hersteller

Honda selbst sieht sich als Vorreiter dieser Entwicklung, nachdem 1996 die erste Generation des CR-V anrollte. Und schon damals stand Komfort an oberster Stelle, was sich auch hinter der Modellbezeichnung verbirgt. Denn CR-V steht für "Comfortable Runabout Vehicle" - ein kompaktes, sportliches, komfortables Vehikel, von dem die Japaner bisher 2,5 Millionen Stück in 160 Ländern verkaufen konnten.

Eine Erfolgsgeschichte, die Honda natürlich fortsetzen will. Und nachdem "SUV klassischer Prägung mehr oder minder kantige Kästen sind, deren Formen sich noch immer an gusseisernen Offroadern orientieren", sagt Honda-Designchef Akio Fumiiiri, "ist die Zeit aus unserer Sicht reif für ein modernes, frisches Design." Das Ergebnis ist der neue CR-V, der am 20. Januar 2007 in den Handel rollt. Schon optisch markiert er, dass er sich mehr als On- denn als Offroader versteht: Die kantigen Formen ist einer weichen, fließenden Linienführung gewichen.

Reserverad verschwunden

Das Dach beispielsweise fällt sanft nach hinten ab und erinnert mit den sich nach hinten verjüngenden Seitenfenstern an ein Coupé. Die Front dominiert zwar wie bei einem echten Offroader der Frontstoßfänger, der aber von geschwungenen, elliptischen Scheinwerfern umrahmt wird.

Auffällig: Das Reserverad ist im Kofferraumboden verschwunden und hängt nicht mehr hinten an der Klappe, die sich nun zudem nach oben öffnet. Deutlicher Abgesang an die alten Offroad-Kisten und laut Honda auch ein deutlich artikulierter Kundenwunsch. Der zweigeteilte Kühlergrill wirkt wie ein offenes Maul, mit dem der Dreck von der Straße gesaugt und der Weg frei gemacht wird. Das wirkt sportlich-aggressiv, ist aber mehr Schein als Sein. Denn unterwegs gibt der der neue CR-V sehr gutmütig. Das Fahrwerk ist sehr angenehm und alles andere als sportlich-straff abgestimmt. Die Lenkung arbeitet sehr direkt und ist Honda-typisch eher leichtgängig.

Die Motoren versprechen eher ein angenehmes cruisen, statt Kraft satt für Gelände: Der Zwei-Liter-Benziner bringt 110 kW/150 PS auf die Straße (Drehmoment: 192 Nm) und lässt den CR-V in 10,2 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen (Automatik: 12,2 Sekunden). Mit einen neuen Getriebe und der verbesserten Aerodynamik konnte aber der Verbrauch um etwa einen Liter gesenkt werden - auf 8,1 Liter Super (Automatik 8,2 Liter) auf 100 km/h.

Jede Menge Sicherheit

Mit dem bereits bekannten 2,2-Liter-Diesel-Aggregat fährt sich der CR-V noch komfortabler: Mit 110 kW/150 PS und 340 Newtonmeter beschleunigt es den CR-V in 10,3 Sekunden von Null auf 100 km/h. Der Verbrauch konnte von 6,7 auf 6,5 Liter gesenkt werden. Ein Partikelfilter ist zudem nun serienmäßig an Bord.

Die dritte Generation des CR-V bietet aber aber auch jede Menge Sicherheitsfeatures, die einer Limousine gut zu Gesicht stünden. Das in seiner Klasse einmalige CMBS (Collision Mitigation Braking System) ragt dabei heraus. Ähnlich wie beim "PreSafe"-System für die Luxusliner von Mercedes Benz warnt es drei Sekunden vor einer drohenden Kollision mit einem blinkenden Signal am Armaturenbrett und einem Piepen. Reagiert der Fahrer nicht, ziehen zwei Sekunden vorm Aufprall die Gurte kräftig an, der Wagen bremst leicht ab und verringert die Geschwindigkeit um etwa 9 km/h. Die Warnung wird intensiver. Eine Sekunde vorm Crash steigt der Wagen selbst in die Eisen. In dieser einen Sekunden verzögert sich die Aufprallgeschwindigkeit noch einmal um etwa 21 km/h. Im Test reagiert das System sehr gut.

Gegen Audi Q5 und VW Tiguan

Die Verarbeitung des Innenraums entspricht gehobenem Standard und bietet unter anderem mit geräumigen Türfächern, in den Halbliter Flaschen Platz finden, jede Menge Stauraum. Mit dem neuen Konzept prescht Honda in ein neues Segment vor, im dem sich demnächst auch ein Audi Q5 oder ein VW Tiguan tummeln werden. Von Komfort her kann Honda da mithalten. Und preislich? Das CR-V Vergnügen ist nicht ganz billig, dafür aber auch nicht sündhaft teuer: die Preise für den Benziner beginnen bei 26.950 Euro (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer), die Diesel-Variante ist mit 29.400 Euro knapp 2.500 Euro teurer.

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